Zwergerbauern um 1900

Walchensee Zwergern Nr. 64 "Adambauer"

1808 Kataster: 1/3 Hof, gerichtsbar zum Landgericht Tölz, freystiftsweis zum königlichen Rentamt Tölz, gibt ganzen Zehent zum Rentamt Tölz. Kataster 1848/1849: 95 Tagwerk 85 Dezimalen, einfache Rustikalsteuer: jährlich 3 fl 2 Xr 1 Pfennig.

1808: Nr. 22

  • Martin Zwerger (geb. in Zwergern gest. nach 1551 in Zwergern) vom „Bartlbauer“ in Zwergern, Sohn von Hainz Zwergern und Catharina wird „Adambauer“.

  • 1532

    Martin und seine 3 Brüder erhalten Wappenbrief von den Bayern-Herzögen Ludwig und Wilhelm.

    Wappen
  • VOR 1544

    Jörg Zwerger (geb. in Zwergern gest. in Zwergern), Bauer und Fischer wird „Adambauer“.

  • 1544

    „Hans des alten Hainz Zwergern sun (Sohn), Caspar des alten Jörg Zwergern sun, Jörg des alten Martin Zwergern sun, dieß 3 sind zur Vermarchung auf den Simonsberg (Simetsberg) gekommen, welchen die Alten als Leibgeding hatten.“ (Kloster Ettal Literalien 3.10.1544)

  • VOR 1564

    Christoph Zwerger (geb. in Zwergern gest. nach 1586 in Zwergern), Bauer und Fischer, wird „Adambauer“ und heiratet vor 1564 Elisabeth (gest. in Zwergern).

    In zweiter Ehe heiratet er eine Zwerger.

  • 1586

    „Der See wird verstiftet an: Panrädl, Caspar, Wirt, und Zwerger, Hans d.Jüngere beide Benediktbeurer Untertan, Bartholomäus, Christoph und Hans der Ältere die Zwerger, Schlehdorfer Untertan.“ (Klosterliteralien Benediktbeuern 1586) Caspar Resenberger von Kochel

  • 1618

    Der Sohn aus erster Ehe Adam Zwerger (geb. um 1585 in Zwergern gest. um 1684 in Zwergern), Bauer und Fischer, wird „Adambauer“ und hat ein Leibgeding auf dem Sachersee.

    Er heiratet 1618 Anna Elisabeth.

  • 21.6.1660

    Der Sohn Ferdinand Zwerger (geb. 21.10.1639 in Zwergern gest. nach 1696 in Zwergern), Bauer und Fischer, wird „Adambauer“ und heiratet am 14.6.1660 Agatha Achmiller (geb. 3.2.1639 in Ohlstadt gest. nach 1696 in Zwergern) vom „Wirt“ in Ohlstadt Nr. 57, Heirat in Schlehdorf.

  • 22.10.1696

    Adam Zwerger (geb. 10.10.1664 in Zwergern gest. Juni 1735 in Zwergern), Bauer und Fischer, wird „Adambauer“ (1/3 Hof. ), Übernahme von den Eltern gegen 1.100 fl und heiratet am 22.10.1696 Anastasia Sanktjohanser (geb. in Sankt Johannisrain, Pfarrei Sindelsdorf gest. 9.6.1743 in Zwergern). Sie bekommt 450 fl, 1 Kuh.

  • 19.10.1733

    Der Sohn Georg Zwerger (geb. 8.4.1698 in Zwergern gest. nach 1761 in Zwergern), Bauer und Fischer, wird „Adambauer“ und heiratet am 19.10.1733 Maria Jocher (geb. 24.1.1710 in Joch gest. 1.6.1760 in Zwergern).

  • 26.10.1761

    Georg Zwerger (geb. 28.3.1731 in Zwergern gest. 13.5.1794 in Zwergern) vom „Hanslbauer“, Bauer und Fischer, wird am 26.10.1761 „Adambauer“ (1/3 Hof. ) durch Heirat der Hoferbin Elisabeth Zwerger (geb. 27.10.1734 in Zwergern gest. 9.3.1810 in Urfeld). Keine Kinder.

  • 6.7.1801

    Michael Seibold (geb. 31.7.1768 in Lenggries U 3.5.1834 in Zwergern) vom „Bachmair“ in Lenggries Nr. 183, Bauer und Fischer, wird „Adambauer“ (1/3 Hof) durch Erbschaft von seinem Onkel Georg Zwerger vom „Hanslbauer“, der „Adambauer“-Hoferbin Elisabeth Zwerger geheiratet hat.

    Er heiratet am 20.1.1801 Anastasia Ertl (geb. 20.7.1776 in Ort gest. 13.2.1816 in Zwergern) von Ort Nr. 51 „Schröferl“, Pfarrei und Gemeinde Kochel.

  • 1808

    Kataster: 1/3 Hof, gerichtsbar zum Landgericht Tölz, freystiftsweis zum königlichen Rentamt Tölz, gibt ganzen Zehent zum Rentamt Tölz. 4 Tagwerk Wiesgrund „Ram“ genannt. Forstrecht: jährlich 36 Klafter Brenn- und Bauholz nach Nothdurft unentgeltlich aus der Kirchenwaldung am Katzenkopf (Zwergern). Fischereyrecht zum fünften Theil auf dem Walchensee.

  • 19.7.1808

    „Der 1/3 Hof beim Adambauer zu Walchensee gehört unter die Gerichtsbarkeit zum Landgericht Tölz, das Scharwerkgeld zum Königlichen Rentamte Tölz 2 fl 40 Xr, ist freystiftsweis grundbar zu obigem Rentamte, Stift 18 fl 45 Xr, Küchendienst 19 fl 12 Xr, einfacher Steuer Betrag 3 fl 52 Xr, Fourage Anlage (=Verpflichtung, die Militärpferde aus der Umgebung auf dem Hof zu versorgen) 2 fl 20 Xr, Vorspann Anlage 25 Xr. Diesen 1/3 Hof habe ich laut Übergabsbrief vom 6.7.1801 mit aller Einrichtung von meinem Vater (muß heißen Onkel, wohl Fehler des Gerichtsschreibers) Georg Zwerger übernommen um 700 fl.: ein ganzes von Holz erbautes Haus Nro. 64 Stadl, Stallung Lauberschupfen vom Hause entfernt, dann ein hölzernen Hauskasten, 1 Badstuben, Schifhüttn, welche ich mit Johann und Joseph Zwerger gemeinschäftlich benütze. Hausgärten, ein Krautgarten, und 2 Pflanzgärtl. Felder: Ober- und Unterortacker, 2 Flekackerln, Badstubenacker, Kreuzacker, Ahornacker, 2 Lußacker, Garmacker, Seeacker, Rappenacker, 3 Flek ohne Namen, Graßleiten, Steinleiten, 4 Flek an dem Mooßlacker, Krautgarten Acker, O...acker. Zweimädige Wiesen: wie oben angemerkt ist, da diese Acker zur Wiesen liegen bleiben, und höchstens jährlich nur 3 angebauet werden. Einmädige Wiesen: 5 Mooßflekn von der Kirche an bis zumAhorn, großen und kleinen Luß-Moosflek, der Fischkalter Ram aber alt Benediktbeurischen Gründe. Fischerey auf dem Walchensee zum 5ten Theil gehört zum Gut.Waidrecht: Von den Gräben angefangen durchs Ochsenthall bis zur Saag, auch von Steinriegl an, bis zum Markt unentgeldlich und ebenfalls 4 Wochen lang in Altlaberg ohnentgeldlich. Forstrecht: jährlich 36 Klafter Brennholz, und 8 Stämme, und Bauholz nach Bedürfnüß ohnentgeldlich aus den Kirchwaldungen Katzenkopf. 4 Tagwerk Wiesgründe, welche an der Obernach, dann dem Walchensee, und Altlaberg liegen die Ramm genannt, freystiftsweis grundbar, Stift hierfür 51 Xr 1 Pfennig, Fourage Anlage 12 Xr, einfacher Steuer Betrag 12 Xr.

    Die Kirche zu Sankt Margarethen habe ich gemeinsam mit meinen zwey Nachbarn Johann und Joseph Zwerger erkauft um 125 fl laut Kaufbrief vom 30.9.1807 vom Rentamt Tölz, wovon der dritte Theil mich trifft 41 fl 40 Xr. Die Kirche ist ludeigen und abgabenfrei. Anmerkung: Im Landgericht Werdenfels besitze ich die Wiesen Strangen aufn Rauth, wofür ich Stift zur Pfarrkirche Mittenwald 6 Xr und zum Rentamte Werdenfels 24 Xr einfache Steuer entrichte, dann die Wiesen Krammer, wo ich stift zum Rentamt Werdenfels 30 Xr und 25 Xr einfache Steuer entrichte. Walchensee, den 19. July 1808. Michael Seyboldt“

  • 10.9.1821

    Küchendienst beziehungsweise Fischdienst abgelöst.

  • 12.6.1833

    Obereigentum vom Bayerischen Staat abgelöst.

  • 11.2.1839

    Michael Seibold (geb. 10.7.1803 in Zwergern gest. 3.7.1880 in Kochel), Bauer und Fischer, wird „Adambauer“ (1/3 Hof. ) durch Übernahme vom Vater.

    Er heiratet am 11.2.1839 Maria Leismüller (geb. 30.10.1799 in Wallgau gest. in Zwergern), Bauerstochter vom „Mühlwastlgut“ in Wallgau, Landgericht Werdenfels. Keine Kinder.

    Nach dem Verkauf des „Adambauer“ 1858 an Hofrat Georg von Dessauer, Besitzer des „Aspenstein“ in Kochel Nr. 66, der dieses zertrümmerte, kauft Michael Seybold das „Reiser“-Pfründehaus in Kochel Nr. 66 ¾ , da Georg von Dessauer auch das „Reiser“-Anwesen Kochel Nr. 30 kaufte und zertrümmerte.

    In zweiter Ehe heiratet er am 29.7.1866 Ursula Mayr (geb. 18.10.1811 in Kochel gest. 15.2.1896 in Kochel), Söldnerstochter von Kochel Nr. 16 „Roat anderl“.

  • 1848/1849

    Kataster: 95 Tagwerk 85 Dezimalen, einfache Rustikalsteuer: jährlich 3 fl 2 Xr 1 Pfennig. Nach Ablösung des Obereigentums jährlich 4 % Zins aus dem Ablösungskapital von 141 fl 54 Xr = 5 fl 40 Xr 4 Pfennig.

  • 1858

    Verkauf des „Adambauer“ 1858 an Hofrat Georg von Dessauer, Besitzer des „Aspenstein“ in Kochel Nr. 66, der dieses zertrümmerte.

  • 2.11.1860

    Kauf durch Kaspar Kleinhans, dieser verkauft 1860/1861 Grund an Georg Riesch in der Jachenau um 2 700 fl und am 14.5.1862 Grund an Joseph Zwerger „Hanslbauer“ Nr. 62 um 2 600 fl. Restbesitz 38 Tagwerk 13 Dezimalen.

  • 14.5.1862

    Jakob Sittel (Sidl) (geb. 10.7.1808 in Tölz gest. 4.11.1874 in Walchensee), Fischer und Landwirt, übernimmt den Rest des zertrümmerten ¼ Adamgutes laut Brief vom 14.5.1862 von Kaspar Kleinhans zu Eschenlohe durch Kauf um 4 800 fl. Besitz: 7,272 Hektar = 21 Tagwerk 34 Dezimalen, Fischrecht im Walchensee zu 2/12 Anteil, Fischrecht in der Jachen. Er ist seit 1838 Besitzer des ehemaligen Königlichen Knappenhäusls in Urfeld Nr. 59 ½.

    Er heiratet am 18.8.1834 Elisabeth Jaud (geb. 23.12.1810 in Schelhorn gest. 26.12.1873 in Walchensee), Bauerstochter von Schelhorn, Pfarrei Gaissach.

  • 5.1.1875

    Joseph Rieger (geb. 24.2.1839 in Ort gest. in Walchensee), Fischer und Landwirt, bei Kochel Nr. 62 „Jodl“ in Ort, übernimmt am 8.2.1875 durch Heirat der Hoferbin Maria Sittl (geb. 14.8.1836 in Urfeld gest. in Walchensee). 5.1.1875 Erbteilsvertrag, Notar Eisenberger in Tölz: Wertanschlag zu 4 700 fl. 5.1.1875: Ehevertrag zu 2 350 fl. Keine Kinder.

  • 29.12.1877

    Joseph Rieger und Ehefrau Maria Rieger, geb. Sittl übernehmen das „Knappen“- oder „Brunnergütl“, abgetreten von Vater Jacob Sittl.

  • 10.9.1878

    Joseph Rieger übergibt an seine Cousine Magdalena Brandhofer (geb. 25.5.1846 in Pfisterberg gest. 17.8.1896 in Zwergern).

    Sie heiratet am 16.12.1878 Georg Hornsteiner (geb. 16.10.1845 in Mittenwald gest. 27.10.1911 in Zwergern), Holzarbeiter von Mittenwald, jetzt Bauer und Fischer, wird "Adambauer“ (1/3 Hof) durch Kauf um 5 142 Mark (Urkunde Notar Eisenberger in Tölz) Er stammt von Mittenwald Nr. 117a (1829-1865), Nr. 180 (1865-1938), seit 1938: Obermarkt 49 „Sachsenjörgl“, „Tanzer“, „Tanzerschuster“.

  • 23.5.1896

    Georg Hornsteiner tritt 0,046 Hektar Grund um 210 Mark ab an Albert Schmidt, königlicher Professor aus München auf dem „Schwaigerbauerhof“.

  • 15.10.1902

    Urkunde: Georg Hornsteiner Adambauer Nr. 64 und seine Nachbarn Alois und Anna Grünwald Hauserbauer, Hanslbauer Nr. 62 und Paul und Elisabeth Grünwald Mitterbartl Nr. 63 treten das bisher gemeinschaftlich besessene Margarethenkirchlein unentgeltlich an das Königliche Staatsärar ab.

    Kataster 1903: 6,991 Hektar = 20 Tagwerk 51 Dezimalen.

  • 5.7.1910

    Georg Hornsteiner (geb. 25.5.1880 in Zwergern U 17.5.1968 in Zwergern), Bauer, wird „Adambauer“ (1/3 Hof) durch Übernahme vom Vater im Anschlag zu 7 200 Mark, davon 1 200 Mark für Mobilien.

    Er heiratet am 5.7.1910 Katharina Simon (geb. 24.11.1885 in Gerold gest. 30.5.1937 in Zwergern) von Gerold, Gemeinde Krün, Mittenwald Nr. 270a.

  • 1932

    Kataster: Bauliche Veränderungen, Wohnhaus mit Stall, Stadel, Werkzeugschuppen, Wagenremise, Hofraum, Garten, 7,186 Hektar = 21 Tagwerk 8 Dezimalen.

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