Ansicht vom Walchensee

Walchensee Nr. 66 "Altes Mauthäusl“, "Försterhaus“

  • Felix Anton Hopf von München übernimmt als Dienstwohnung. Er ist Mauterer (=Maut- oder Zolleinnehmer)

    Er heiratet am 19.9.1769 die Witwe Maria Anna Plabst von München.

  • Johann Nepomuk von Weldmann auf Rosen übernimmt als Dienstwohnung. Er ist Mauterer (=Maut- oder Zolleinnehmer).

    Er heiratet Catharina Magdalena von Gottlieb.

  • 22.7.1795

    Michael Krinner (geb. 15.12.1756 in Walchensee gest. 7.9.1828 in Walchensee), Wirth und Posthalter, übernimmt am 30.8.1774 nach Auseinandersetzung mit den Geschwisterten um 3 406 fl 40 Xr.den 1/3 Wirthshof.

    Er heiratet am 3.10.1774 Maria Anna Gattinger (geb. in Guglhör gest. in Walchensee) ab dem Guglhör, Guglhör Nr. 2 „Schnegk“ (1/2 Hof), Gemeinde und Pfarrei Riegsee.

  • 22.7.1795

    Laut Kataster, Besitzfassion vom18.7.1808 durch das Königliche Rentamt Tölz: „Neu erbautes ehemalig Königliches Mauthaus zu Walchensee. Gemäß abgeschlossenem Contract de dato 22.7.1795 mit der Kurpfalzbaierischen Hofkammer wurde dieses Mauthaus auf meine eigenen Kosten erbauet, und insolange als das Mauthaus alldort bestehen würde, von allen Abgaben hievon befreyt gelassen. Walchensee, den 18.7.1808 Michael Krinner, Wirth am Walchensee.“

  • 1808

    Kataster: 1/3 Wirthshof, gerichtsbar zum Landgericht Tölz, freystiftsweis zum Rentamt Tölz, zehentfrey. die Fischerey zum 4. Theil auf dem Walchensee, Wirthsgerechtigkeit, Holzrecht: jährlich 40 Klafter Fichtenholz, 20 Klafter Buchenholz, dann Bau- und Sagholz unentgeltlich nach Nothdurft aus der Kirchenwaldung Katzenkopf (Zwergern).

  • 23.2.1818

    Aloys Oeckl (Oeckler) (geb. 13.5.1787 in Katzenwirt, Pfarrei Hechenberg nahe Dietramszell gest. 3.1.1835 im städtischen Irrenhaus zu Obergiesing, München), Wirth und Posthalter, übernimmt am 23.2.1818 durch Heirat der Hoferbin Maria Anna Krinner (geb. 23.12.1782 in Walchensee gest. 30.4.1832 in Walchensee).

    In zweiter Ehe heiratet er am 26.11.1833 Elisabeth Emlich (geb. 15.11.1804 in Obergiesing gest. vor 6.1854 in Walchensee), Verwalterstochter, derzeit Köchin im Pfarrhaus Walchensee.

  • 1823

    Urban Raisberger wird königlicher Revierförster und übernimmt als Dienstwohnung. Eigentümer: Postwirt.

    Er heiratet Maria Anna Hunold.

  • 31.1.1835

    Nach pfarramtlichem Zeugnis von Obergiesing den 31.1.1835 wurde Alois Oeckler am 25.1.1835 nach katholischem Ritus auf dem äußeren Gottesacker beerdigt. Er wurde vor einiger Zeit als wahnsinnig von Walchensee nach Obergiesing abgeführt.

  • 28.7.1835

    Johann Georg Schwarz (geb. 9.10.1808 in Unterschondorf gest. in Walchensee), Wirt und Posthalter, übernimmt am 28.7.1835 das Eigentum durch Heirat der Witwe Elisabeth Oeckl, geb. Emlich.

    Er ist zugleich Hausbesitzer in Weilheim.

    In zweiter Ehe heiratet er am 8.6.1854 Anna Öttl (geb. 11.7.1818 in Unterau gest. 13.12.1865 in Walchensee)von Unterau, Gemeinde und Pfarrei Schlehdorf am Kochelsee.

    In dritter Ehe heiratet er am 14.6.1866 Theres Öttl (geb. 26.4.1831 in Unterau gest. in Walchensee)von Unterau, Schwester der zweiten Ehefrau Anna Öttl.

  • 1839

    Franz Seraphim Kirchmayr (geb. 8.5.1800 in Isareck gest. 24.7.1881 in Kleinweil) wird königlicher Revierförster und übernimmt als Dienstwohnung.

    Er stammt von Isareck Nr. 5, Pfarrei Volkmannsdorf, Gemeinde Wang bei Moosburg an der Isar.

    In erster Ehe heiratet er am 3.1.1837 Maria Anna Reindl (geb. 2.2.1816 in Kleinweil gest. 9.7.1837 in Walchensee), Försterstochter von Kleinweil Nr. 3 „Beim Förster“, Forsthaus, Pfarrei Schlehdorf. Keine Kinder aus dieser Ehe.

  • 1839

    In zweiter Ehe heiratet Franz Seraphim Kirchmayr am 8.4.1839 Anna Maria Reindl (geb. ­ 4.3.1818 in Kleinweil gest. 17.2.1875 in Kleinweil), die Schwester seiner ersten Ehefrau.

    Franz Seraph Kirchmayr
  • 1849

    Franz Seraphim Kirchmayr übernimmt als königlicher Oberförster die Försterstelle seines Schwiegervaters Franz Reindl in Kleinweil, Pfarrei Schlehdorf am Kochelsee.

    Landgerichtsbrief: Das Mauthäusl ist zur Zeit an die königliche Gendarmerie verpachtet und die Wiese Plan Nr. 25 ½ worauf auch eine Revier Försterswohnung erbaut wird, an den dermaligen Revierförster Kirchmaier.

  • 26.9.1843

    Eigentümer Postwirt Johann Georg Schwarz und die erste Ehefrau Elisabeth, geb. Emlich verkaufen das Nebenhaus, das 1795 von Vorgänger Michael Krinner neu erbaute ehemalige Mauthaus, amtlich genehmigt am 26.10.1844 und einen Teil der Lobesau um 2 650 fl an den bayerischen Staat, Forstärar.

  • 26.10.1844

    Briefprotokoll Königliches Landgericht Tölz: Genehmigung des Kaufbriefes zu 2 650 fl vom 26.9.1843:

    Durch Rescript (=schriftlicher Bescheid) des königlichen Finanzministeriums vom 26.12.1843 und Dekret der königlichen Regierung vom 13.1.1844 ist der vom königlichen Forstamt Benediktbeuern mit den Posthalter Schwarz’schen Eheleuten unterm 26.9.1843 abgeschlossene Kaufkontrakt genehmigt worden.

    Diesem gemäß hat Georg Schwarz, früherer Posthalter zu Walchensee und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Emlich, unter Zustimmung des für die Öcklerschen Kinder aus der ersten Ehe gerichtlich aufgestellten Vormundes Andreas Schnög in Kochel

    an das königliche Ärar

    zu Besitz und Eigenthum, unwiderruflich, Hypotheken-, bodenzins-, scharwerksfrei und von Servituten unbelastet, für die rechtsgültig pactierte Kaufsumme

    von 2 650 fl

    überlassen:

    sein eigenthümliches Mauthaus nebst rückwärts und vorwärts an selbes anliegendes Gärtchen Plan Nr. 11 mit 19 Dezimalen und

    von dem zum 1/3 Wirthshof gehörigen Acker und Wirthsgrund Plan Nr. 25, welches im ganzen 9 Tagwerk 27 Dezimalen hält, gegen die Landstraße und dem königlichen Holz anliegend, 5 Tagwerk in der Figur eines länglichen Viereckhes, im Mutationsplan mit Plan Nr. 25 ½ bezeichnet.

    An Staatsabgaben ruhen laut rentamtlichem Umschreibcer-tificat vom Heutigen auf vorstehenden Objekten, und zwar

    Nr. 1 auf dem Mauthäuschen mit Gärtchen Plan Nr. 11: 1 Xr 6 Heller Grundsteuersimplum, 5 Xr 6 Heller Haussteuer.

    Zu 2: Auf den 5 Tagwerk Wirthsgrund Plan Nr. 25: 11 Xr Grundsteuer.

    Die Ausfuhr für das dem Posthalter verbleibende Grundstück von Plan Nr. 25 zu 4 Tagwerk 37 Dezimalen hat gänzlich auf der bestehenden Viehgasse und alherkömmlichen Fahrweg zu geschehen, und auf allen vom Ärar erkauften Dienstgrunde kann eine solche nie zugestanden werden.

    Die Verkäufer bekennen, den ganzen Kaufschilling ad (=zu) 2 650 fl bereits baar und richtig erhalten zu haben, quittieren hierfür in bester Rechtsform und begeben sich aller einreden. Sie verpflichten sich zugleich, auch im Exiletionsfalle zur landesüblichen Gewährshaft.

    Weitere Bestimmungen wurden nicht getroffen.

    Georg Schwarz, Elisabeth Schwarz, Schnög Vorsteher, Königliches Landgericht Tölz, „Ernst“

  • 1849

    Franz Xaver Schreyer (geb. 12.2.1813 in München) wird königlicher Revierförster und übernimmt als Dienstwohnung vom Staat (Forstärar).

    Er heiratet am 19.2.1849 Theres Hutter (geb. 9.6.1821 in Laingruben (seit 1865 = Benediktbeuern).

  • 1852

    Eduard von Schenk (geb. .1.1815 in Reichenhall) wird königlicher Revierförster und übernimmt als Dienstwohnung.

    In zweiter Ehe heiratet er am 28.10.1852 Maria Klieber (geb. 27.8.1819 in Schlehdorf) von Reichling, gebürtig aus Schlehdorf.

  • 1869

    Hermann Ernest (geb. 1824) wird königlicher Revierförster und übernimmt als Dienstwohnung.

    Er heiratet am 25.8.1869 Josepha Rieger (geb. 23.9.1839 in München).

  • 1891

    Nikolaus Panholzer (geb. 13.12.1852 in Partenkirchen gest. 17.8.1937 in Walchensee) wird königlicher Forstaufseher und übernimmt als Dienstwohnung.

    Er heiratet am 16.11.1891 Amalia Neuhäusler (geb. 3.9.1859 in Kreut U 7.3.1941 in Walchensee).

  • 26.6.1916

    Nikolaus Panholzer verkauft das alte Försterhaus um 40 000 Mark an den Bayerischen Staat, Finanz Ärar, Notariat Tölz.

  • 1898

    Johann Baptist Götz (geb. 1853 in Landshut) wird königlicher Forstaufseher und übernimmt das neue Försterhaus Nr. 67. Er heiratet Antonia Gitschger.

  • 26.6.1916

    Der Bayerische Staat, Finanz Ärar, übernimmt das alte örsterhaus durch Kauf um 40 000 Mark.

  • 29.8.1922

    Walchenseewerk Aktiengesellscchaft übernimmt das alte Försterhaus durch Kauf um 40 000 Mark.

  • 14.1.1932

    Dr. Josef Panholzer (geb. 21.4.1895 in Walchensee gest. 29.3.1973 in Walchensee) von München, Bayerstraße 9, übernimmt das Haus seiner Eltern Nikolaus und Amalia durch Kauf um 10 000 Reichsmark. Er ist ein berühmter Rechtsanwalt, Doktor beider Rechte und Sekretär der bayerischen Regierung. Dr. Josef Panholzer, erklärter Gegner der nationalsozialistischen Herrschaft seit 1933 war durch Verhaftung und Enteignung bedroht. Er verkaufte sein Anwesen an die katholische Kirche unter der Bedingung, dass das Anwesen nicht wieder verkauft werden dürfe.

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