Walchensee Zwergern Nr. 63 "Bartlbauer"
1808: Nr. 19 „Mitterbartl“
Kloster Schlehdorf´ische Grunduntertanen, freistiftsweis vom Kloster Schlehdorf innegehabtes Gut, Benediktbeurer Gerichts.
Kataster 1808. „Mitterbartl“ 1/3 Hof, gerichtsbar zum Landgericht Tölz, freystiftsweis zum Rentamt Tölz, gibt ganzen Zehent zum Rentamt Tölz
1848/1849 Kataster: 71 Tagwerk 52 Dezimalen, einfache Rustikalsteuer jährlich: 2 fl 41 Xr 4 Pfennig
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Jörg (Georg) Zwerger, „Bartl-Bauer“ und Fischer (gest. ca. 1544 in Zwergern)
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Sohn Caspar Zwerger, (gest. vor 1587 in Zwergern), Bauer und Fischer, übernimmt. Mit Bruder Bartholomäus „eine Weile miteinander gehaust.“
Er heiratet um 1540 Christina.
Die 3 Söhne Bartholomäus, Hans und Oswald sind 1590 in Wien als „Fischkäufler“ ansässig.
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1587
Bartholomäus Zwerger, (geb. um 1529 in Zwergern gest. nach 1587 in Zwergern), Bauer und Fischer übernimmt nach dem Tode seines Bruders Caspar allein und heiratet um 1553 Anna Kirchmayr (geb. in Bichl gest. nach 1587 in Zwergern).
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um 1588
Veit Zwerger (geb. 1565 in Zwergern gest. 13.3.1647 in Zwergern), Bartlbauer und Fischer übernimmt vom Vater und heiratet um 1588 Rosina Hueter (gest. nach 19.3.1650 in Zwergern) von Riegsee Nr. 1 „Dorfmeier“, im Gericht Weilheim.
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um 1625
Bartholomäus Zwerger (geb. um 1605 in Zwergern gest. vor 1660 in Zwergern), Bauer und Fischer übernimmt den „Bartlbauer“ vom Vater. Die Mutter, „Witwe Rosina von Veit Zwerger übergibt den Hof ganz ihrem Sohn Bartholomäus und Elisabeth und nimmt sich aus dem großen silbern Becher 115 fl“ (Briefprotokoll 19.3.1650).
Er heiratet um 1625 Elisabeth Andrae von Aidling. Sie hat 441 fl (Bartholomäus qittiert seinem Schwager Matthias Andre von Aidling den Empfang des Heiratsgutes am 27.11.1643).
„Bartholomäus Zwerger besitzt vom Closter Schlehdorf ain guetl und ain Theill am See ohne Gerechtigkeit.“ Er besitzt 2 Stierl, 8 Khüe, 4 Junckrindt, ander Fahrnus und Seezeug.
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5.12.1659
Georg Zwerger (geb. 5.12.1642 in Zwergern gest. 1694 in Zwergern), Bauer und Fischer übernimmt den „Bartlbauer“ nach dem Tod des Vaters mit 17 Jahren gegen 800 fl, Anfall 100 fl.
Er heiratet am 24.6.1659 Barbara Öttl (gest. 1670 in Zwergern) vom „Gapper“ in Jachenau Nr. 52 bei der „Mühl“. Sie hat 350 fl, 1 Kuh.
In zweiter Ehe heiratet er 1671 Gertraud Aichbichler von Benediktbeuern (gest. 1678 in Zwergern).
In dritter Ehe heiratet er 1678 Agnes Jais.
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15.2.1694
Bartholomäus Zwerger (geb. 22.3.1667 in Zwergern gest. 27.1.1736 in Zwergern), Bauer und Fischer, der „Welsche“, übernimmt den „Bartlbauer“ nach dem Tod des Vaters von der Stiefmutter und quittiert ihr den Empfang von 200 fl. (Briefprotokoll Benediktbeuern 17.3.1700.)
Er heiratet am 15.2.1694 Anna Maria Schwarz (geb. 21.2.1676 in Walchensee gest. 11.1.1739 in Zwergern), Tochter von Wirt und Posthalter Georg Schwarz und Ursula. Sie hat 500 fl (Briefprotokoll 15.2.1694).
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9.1.1736
Johann Georg Zwerger (geb. 3.2.1695 in Zwergern gest. 1.1759 in Zwergern), Bauer und Fischer übernimmt den „Bartlbauer“ nach dem Tod des Vaters gegen 1.100 fl und heiratet am 9.1.1736 Agatha Hohenleitner (geb. 10.1.1706 in Aschau gest. 12.1.1756 in Zwergern). Sie hat 550 fl, (Briefprotokoll 29.11.1731).
Keine Kinder aus dieser Ehe.
In zweiter Ehe heiratet er am 11.7.1757 Gertrud Schröferl (geb. 9.11.1725 in Kochel gest. 28.8.1793 in Zwergern) von Kochel Nr. 39 „Schusterhans“. Sie hat 360 fl, (Briefprotokoll 20.7.1757).
Bild unten: 1736: Votivtafel im Klösterl von Walchensee: Ein Fischer bringt der Muttergottes ein Fischopfer. G.Z. = Georg Zwerger „Bartlbauer“ ?
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28.5.1763
Franz Ruedorffer (geb. in Starnberg gest. 7.12.1800 in Zwergern), Bauer und Fischer von Starnberg übernimmt am 28.5.1763 den „Bartlbauer“ durch Heirat der Witwe Gertrud Zwerger, geb. Schröferl. Keine Kinder aus dieser Ehe.
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18.2.1794
Johann Baptist Zwerger (geb. 6.6.1758 in Zwergern gest. 28.3.1821 in Zwergern), Bauer und Fischer, übernimmt den „Bartlbauer“ nach dem Tod der Mutter vom Stiefvater gegen 600 fl und heiratet am 25.2.1794 Theres Wörner (geb. 1755 in Niedernach, Jachenau gest. 26.8.1821 in Zwergern) von Niedernach Nr. 55 am Walchensee. Sie hat 550 fl, (Briefprotokoll 28.2.1794)
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1808
Kataster: „Mitterbartl“ 1/3 Hof, gerichtsbar zum Landgericht Tölz, freystiftsweis zum Rentamt Tölz, gibt ganzen Zehent zum Rentamt Tölz. 10 Tagwerk Wiesgrund der „Ram“ genannt. Die mit Joseph Zwerger und Michael Seybold gemeinschaftlich erkaufte Sankt Margarethen Kirche zum 3. Theil. Forstrecht: jährlich 36 Klafter Brenn- und Bauholz nach Nothdurft unentgeltlich aus der Kirchenwaldung am Katzenkopf (Zwergern). Fischereyrecht zum fünften Theil auf dem Walchensee.
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18.9.1808
„1/3 Hof beim Mitterbartl zum Zwergern. Gehört unter die Gerichtsbarkeit zum Landgericht Tölz, ordentliches Scharwerkgeld zum Königlichen Rentamt Tölz 2 fl 40 Xr, ist freystiftsweis grundbar zu obigem Rentamte, vormals Kloster Schlechdorf. Stift 38 fl 45 Xr, Küchendienst 19 fl 12 Xr, giebt ganzen Zehend zum Rentamte Tölz, einfacher Steuer Betrag 4 fl 4 Xr. Fourage Anlag (=Verpflichtung, die Militärpferde aus der Umgebung auf dem Hof zu versorgen) 2 fl 20 Xr, Vorspann Anlag 25 Xr. Ein ganz von Holz erbautes Haus Nr. 63 samt Stadl und Stallung, dann Lauberhütte unter einem Dache, abgesondert vom Haus steht der hölzerne Getreidkasten, Badstube, Schifhütten, welche ich mit meinen Nachbarn Joseph Zwerger, und Michael Seybold gemein habe, dann noch einen Fischkalter. Diesen Hof habe ich laut Übergabsbrief dato 18. Hornung (=Februar) 1794 mit der ganzen Einrichtung von meinem Stiefvater Franz Ruedorfer übernommen um 600 fl.
Es folgt die Aufzählung der Äcker..
Zweymädige Wiesen: Allo oben benannten Äcker sind auch zweimädige Wiesen, indem mit dem Ackerbau derselben abgewechselt wird, und von diesen Äckern nur alle Jahre 3 angebauet werden. Einmädige Wiesen: 5 kleine moosigte Flecke um die Kirch herum, der Ahorn Mooßfleck, große Luß, kleine Luß, Mooswiesflekl, Brunnwaßerflekl, zwey kleine Flekl neben dem See, und die Segenfäng bey der Schifhüttn, welche ich abwechselnd mit meinen Nachbarn Michael Seybold, und Joseph Zwerger benütze. Fischerey in einem Walchensee zum 5ten Theil gehört zum Gut. Forstrecht aus dem Katzenkopf jährlich 36 Klafter Brennholz und 8 Baustämme Bauholz aber nach Bedürfnuß beides ohnentgeldlich. 10 Tagwerk Wiesgründe, welche zwischen dem Walchensee, der Obernach, und dem sogenannten Gebirg Katzenkopf entlegen sind samt etwas Buchenholz ... Hierfür Stift 3 fl 1 Xr, Fourage Beitrag 12 Xr, Steuer 12 Xr. Die Kirche zu Sankt Margarethen habe ich gemeinsam mit meinen zwey Nachbarn Michael Seybold, und Joseph Zwerger erkauft um 125 fl laut Kaufbrief vom 30.9.1807 vom Rentamt Tölz, wovon der dritte Theil mich trifft 41 fl 40 Xr. Die Kirche ist ludeigen und abgabenfrei. Anmerkung: Im Landgericht Werdenfels besitze ich eine Wiesen der Ramper genannt, wofür zur Pfarrkirche Mittenwald 5 fl 36 Xr und zum Rentamte Werdenfels 1 fl 40 Xr einfache Steuer entrichtet. Walchensee, den 18. September 1808. Johann Zwerger“
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30.4.1821
Joseph Grünwald (geb. 20.10.1786 in Walchensee gest. 8.10.1838 in Zwergern - verblutet infolge Verletzung) aus der Bauern- und Fischerfamilie beim „Resch“ in Tutzing am Starnberger See, verwandt mit Franz Ruedorffer und von ihm aufgezogen, übernimmt am 30.4.1821 den „Bartlbauer“ durch Heirat der Hoferbin Maria Theres Zwerger (geb. 30.4.1794 in Zwergern gest. 10.3.1824 in Zwergern im Kindbett.
In zweiter Ehe heiratet er am 4.5.1824 Anastasia Sachenbacher (geb. 20.2.1796 in Pessenbach gest. 15.6.1872 in Unterau bei Tochter Rosina Fischer), Söldnerstochter von Pessenbach Nr. 56 „Simmer“, Pfarrei und Gemeinde Kochel, im Dienst bei Zwerger.
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10.9.1821
Joseph Grünwald löst den Küchendienst respective Fischdienst beim bayerischen Staat ab.
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12.6.1833
Obereigentum vom Bayerischen Staat abgelöst. Nach Ablösung des Obereigentums: 104 Tagwerk 73 Dezimalen, einfache Rustikalsteuer 3 fl, 12 Xr 5 Pfennig. Jährlich 4 % Zins aus dem Ablösungskapital von 180 fl 54 Xr = 7 fl 14 Xr.
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1848/1849
Kataster: 71 Tagwerk 52 Dezimalen, einfache Rustikalsteuer jährlich: 2 fl 41 Xr 4 Pfennig.
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1.12.1857
Übergabe an die Geschwister Joseph Grünwald, Anastasia Grünwald, Rosina Grünwald, Theresia Grünwald und Maria Grünwald.
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19.8.1859
Joseph Grünwald übernimmt.
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29.11.1860
Paul Grünwald (geb. 10.1.1829 in Zwergern gest. 1.10.1908 in Zwergern), Bauer und Fischer übernimmt auf Ableben seines Bruders Joseph Grünwald den „Bartlbauer“ durch Vertrag mit den Geschwistern um 8 300 fl. 35,496 Hektar = 104 Tagwerk 18 Dezimalen. Fischrecht im Walchensee 2/12 Anteil.
Er heiratet am 11.2.1867 Elisabeth Oswald (geb. 17.8.1838 in Sachenbach gest. 10.9.1920 in Zwergern) von Sachenbach Nr. 2, „Seppenbauer“.
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15.10.1902
Urkunde: Paul und Elisabeth Grünwald und ihre Nachbarn Alois und Anna Grünwald Hauserbauer, Hanslbauer Nr. 62 und Georg Hornsteiner Adambauer Nr. 64 treten das bisher gemeinschaftlich besessene Margarethenkirchlein unentgeltlich an das Königliche Staatsärar ab.
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1903
Besitz 37,916 Hektar = 111 Tagwerk 28 Dezimalen
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26.11.1908
Amtsgericht Tölz: Erbschein, gesetzliche Erbfolge:
Elisabeth Grünwald, Witwe und Kinder:
Paul Grünwald
Maria Schmid, geb. Grünwald
Elisabeth Bräu, geb. Grünwald
Anastasia Fendt, geb. Grünwald
Anna Grünwald später ¥ Gistl und
Johann Grünwald
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3.10.1911
Johann Nepomuk Grünwald (geb. 5.8.1876 in Zwergern gest. 16.2.1943 in Zwergern), Bauer und Fischer übernimmt den „Bartlbauer“ durch Erbauseinandersetzung im Anschlag zu 35 000 Mark, davon 5 000 Mark für Mobilien. Kriegsteilnehmer am 1. Weltkrieg (1914-1918).
Er heiratet nach dem Tod der Mutter am 25.11.1920 Anna Gistl (geb. 4.8.1893 in Benediktbeuern gest. 19.7.1971 in Zwergern) vom „Schreder“ in Benediktbeuern Nr. 88.
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30.4.1943
Bartholomäus Grünwald (geb. 29.11.1927 in Zwergern gest. 29.4.2007 in Zwergern), Landwirt und Fischer, übernimmt den „Bartlbauer“ in „Anerbenfolge“ (Erbhofgesetz) und heiratet am 2.5.1980 Jutta Miklitsch (geb. 29.1.1941 in Beiersdorf bei Grimma in Sachsen gest. 29.7.2021).
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1963/1964
Der Hof wird ausgesiedelt, auf Zwergern.