Falter

Kochel am See Nr. 36 „Falter“, „Valter“

Heute Pfarrer-Hartmann-Weg 1

Das Falteranwesen ist eines der ältesten Anwesen in Kochel. Es ist wahrscheinlich schon 1270 unter den 14 Anwesen im Salbuch des Klosters Benediktbeuern erwähnt. Damals aber hatten die Leute noch selten Schreibnamen und sie wurden mit dem Taufnamen geführt. Nur der Hof war wegen seines Frondienstes und des Zehnts aufgezeichnet und die jährlichen Abgaben peinlich genau Jahr für Jahr verzeichnet. Dass der Falter von einem Fischeranwesen, die ja die Ur-Höfe von Kochel waren errichtet oder gegründet wurde, scheint erwiesen.

Es wäre ja möglich, dass der Falter vom Öttlanwesen, die durch die ganzen Jahrhunderte ein starkes Geschlecht waren zunächst aus Zuhaus für die Alten gebaut worden ist, dann nach Geschlechter-

Folgen einem Sohn übergeben wurden. Der sich dann in endloser Mühe Grundstück um Grundstück gerodet und so erworben hat und so das Anwesen vergrößerte.

Die Hofgründung dürfte um oder vielleicht schon vor der Jahrtausendwende gewesen sein. Doch erst ab 1600 haben wir laufende Einträge der Familienmitglieder.

  • UM 1626

    Caspar Schröferl (gest. in Kochel) übernimmt und heiratet 1626 Elisabeth (gest. in Kochel).

  • 13.9.1668

    Simon Schröferl (geb. in Kochel U in Kochel), Bäcker, übernimmt vom Vater um 300 fl, dem damaligen Wert von etwa 30 Kühen. Im Falteranwesen lebte also vor über 300 Jahren der erste Bäcker von Kochel.

    Er heiratet am 13.9.1668 Ursula Schnöck, wahrscheinlich die Schwester des Balthasar Schnöck von Kochel 34 (Döller Sepp).

  • 13.9.1693

    Urban Gattinger (geb. in Nantesbuch U 1.1.1750 in Kochel), Bäcker, übernimmt am 13.9.1693 durch Heirat der Hoferbin Cäcilia Schröferl (geb. 29.11.1669 in Kochel U 26.3.1762 in Kochel).

    Cäcilie Gattinger war Hebamme von 343 Kindern und wurde zuletzt durch ihre Altersdemenz selbst ein Kind. Sie wurde 92 Jahre alt.

    Er war Gemeiner bei der 13. Korporalschaft der Landesdefension.

  • 9.2.1739

    Sebastian Gattinger (geb. 19.1.1701 in Kochel gest. 17.12.1754 in Kochel), Bäcker, übernimmt vom Vater und heiratet am 9.2.1739 Maria März (geb. 26.11.1711 in Jachenau gest. 12.2.1769 in Kochel) vom „Bichlermichl“ in Hinterbichl Nr. 23, Jachenau.

  • 10.2.1755

    Georg Spöcker (geb. in Mürnsee gest. in Kochel) übernimmt durch Heirat der Witwe Maria Gattinger, geb. März. Keine Kinder.

  • 30.1.1775

    Ulrich Gattinger (geb. 1.7.1749 in Kochel gest. 10.12.1828 in Kochel) übernimmt nach dem Stiefvater. Er war 55 Jahre verheiratet (2 Ehen), 65 Jahre Kirchenpfleger und 30 Jahre Dorfobmann (=Bürgermeister).

    Am 30.1.1775 heiratet er Ursula Guglhör (geb. 26.9.1749 in Kochel U 5.10.1784 in Kochel im Kindbett) vom „Bäck“ in Kochel Nr. 8.

    In zweiter Ehe heiratet er am 24.4.1785 Anna Bernwieser (geb. 17.9.1760 in Laingruben, seit 1865 = Benediktbeuern gest. 28.3.1844 in Kochel).

  • Der Sohn aus erster Ehe Franz Xaver Gattinger übernimmt vom Vater und bleibt ledig. Er war Teilnehmer am Rußlandfeldzug 1812 (Napoleon).

  • 29.3.1862

    Joseph Öttl (geb. 20.4.1832 in Kochel gest. 12.5.1888 in Kochel), Fischer und Floßmeister, übernimmt durch Kauf vom ledigen Franz Xaver Gattinger. Er übernimmt zusätzlich am 29.11.1878 das Anwesen Kochel Nr. 10 ½ durch Kauf um 40 000 fl, Notar Eisenberger in Tölz. Besitzstand: 24,383 Hektar = 70 Tagwerk 56 Dezimalen. Er war zuerst auf Kochel Nr. 28 „Öttl“, das er am 13.2.1860 von den Eltern Thomas Öttl und Creszenz Öttl, geb. Müller übernommen hatte. Bei dem Kauf des Anwesens übergab er das elterliche Anwesen „Öttl“ an seinen Bruder Johann Öttl, der in Bichl verheiratet war. Joseph Öttl war auch Fischkäufler und betrieb den Holzhandel bis Wien. 1861 wurde er Dorfvorsteher.

    Am 13.2.1860 heiratet er Maria Creszenz Hutter (geb. 6.5.1831 in Nonnenwald gest. in Kochel) vom „Mayr“ in Pensberg Nr.3 im Nonnenwald, Pfarrei Antdorf, Gemeinde Sankt Johannisrain, seit 1911 Gemeinde Stadt Penzberg.

  • 11.3.1879

    Sebastian Sonner (geb. 21.12.1840 in Habach gest. 6.9.1912 in Kochel) übernimmt durch Kauf um 9 085 Mark. Er stammt von Habach Nr. 38 „Buchwieser“, vorher „Reindl“. Er war Feldzugsteilnehmer am Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871.

    Er heiratet am 21.4.1879 Crescenz Eberl (geb. 16.4.1851 in Kochel gest. 11.3.1892 in Kochel) vom „Leisch“ in Kochel Nr. 37.

  • 22.11.1909

    Sebastian Sonner (geb. 9.8.1883 in Habach gest. 1.8.1963 in Kochel) übernimmt 1909 vom Vater und heiratet am 22.11.1909 Katharina Schöfmann (geb. 24.4.1882 in Bichl gest. in Kochel).

    Sebastian ließ das alte Haus 1912 abbrechen und baute ein neues. Das Wohnhaus war beim alten Hof südlich.

  • 1963

    Maria Sonner (geb. 15.3.1914 in Kochel gest. in Kochel) erbte nach dem Tod ihres Bruders Sebastian (geb. 09.09.1910 gefallen im 2. Weltkrieg 1944 in Russland) und ihres Vaters das Anwesen.

    Sie hat am 27.5.1943 Georg Mayr (geb. 23.12.1900 in Kochel gest. 7.2.1969 in Kochel) vom „Moar“, „Mairbauer“ in Kochel Nr. 10 geheiratet.

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