Urfeld3

Urfeld Nr. 62 1/2 "Brunner", "Fischer am See"

Ehemaliges Königliches Knappenhäusl, „Brunner“, „Fischer am See“ Hausnummer um 1860: Nr. 69, Hausnummer 2000: Urfeld Nr. 9.

Das alte königliche Knappenhaus beherbergte einst die Knappen für den Quecksilberbergbau oberhalb Urfeld im „Merkurstollen“ und „Wurzelgraben“.

  • 1803

    Nach der Säkularistion und nachdem sie den „Adambauer“, Walchensee Nr. 64 am 6.7.1801 um 700 fl an den Neffen Michael Seibold übergeben hatte, zieht Georg Zwergers Witwe Elisabeth Zwerger, geb. Zwerger (geb. 27.10.1734 in Zwergern gest. 9.3.1810 in Urfeld) nach Urfeld am Walchensee mit Vieh und Fischrecht und kauft aus dem ehemaligen Besitz des Klosters Benediktbeuern Grundstücke in Urfeld und wird Begründerin des Urfelder „Fischer am See“, später Hotel „Fischer am See“.

  • 16.8.1805

    Michael Brunner (gest. in Walchensee) übernimmt durch Kauf nach der Klosterauflösung 1803 das ludeigene ehemalige Königliche Knappenhäusl aus den Kloster Realitäten, gerichtsbar zum Landgericht Tölz, zehentfrey, grundzinsbar zum Rentamt Tölz von der Closter Commission Benediktbeuern aus freyer Hand und ohne Einrichtung um 550 fl „samt Stadel und Stallung und 41 ½ Tagwerk Holzgründe, wovon bereits ohngefähr 2 Tagwerk zu einem Gartl und zu einem kleinen Feldl cultivirt sind, gehört unter die Gerichtsbarkeit des Landgerichts Tölz, ist ludeigen und zehendfrey, gibt Grundzins zum Rentamt Tölz: 3 Metzen Korn.“, 1814 abgelöst.

  • 3.2.1808

    Paulus Jocher (gest. in Walchensee) übernimmt durch Kauf. 3.2.1808 Steuerschätzung: „Ist den 3.2.1808 von Michael Brunner aus freyer Hand ohne Einrichtung erkauft worden um 550 fl“, Baulus Jocher. Als „Kleingütler“ betrachtet.

  • 27.5.1811

    Michael Zwerger (geb. 10.1767 in Walchensee gest. 21.3.1824 in Walchensee), Leerhäusler, übernimmt das Knappenhäusl in Urfeld und heiratet am 27.5.1811 Maria Anna Jocher (geb. 22.9.1766 in Schlehdorf gest. 17.4.1842 in Walchensee) vom „Schwarzschuster“ in Schlehdorf Nr. 23 (2000: Karpfseestraß2 2 „Neuwirt“). Keine Kinder.

  • 9.8.1834

    Jakob Sidl (Sittl) (geb. 10.7.1808 in Tölz gest. 4.11.1874 in Walchensee), Fischer in Urfeld, übernimmt laut Brief vom 9.8.1834 von der Base Witwe Maria Anna Zwerger um 1 000 fl das Knappen- oder „Brunner“-Gütl, Wohnhaus, Stadel, Gebäude und Stall, Streuschupfe, Pflanzgärtl, Garten und Eggart, Hammerbachholz, Wiese am Hammerbach, Schiffhütte und staatseigene Holzhütte, mit aller Ein- und Zugehörungen, Haus- und Baumannsfahrnissen.

    Er heiratet am 18.8.1834 Elisabeth Jaud (geb. 23.12.1810 in Schelhorn gest. 26.12.1873 in Walchensee), Bauerstochter von Schelhorn, Pfarrei Gaissach.

  • 14.5.1862

    Jakob Sittl übernimmt den Rest des zertrümmerten ¼ Adamgutes Nr. 64 laut Brief vom 14.5.1862 von Kaspar Kleinhans zu Eschenlohe durch Kauf um 4 800 fl. Besitz: 7,272 Hektar = 21 Tagwerk 34 Dezimalen. Fischrecht im Walchensee zu 2/12 Anteil. Fischrecht in der Jachen.

  • 5.1.1875

    Kaufvertrag vor dem königlichen Notar Max Eisenberger in Tölz: Im Verlauf der Erbteilung wird ein Grundstück (Nr. 69 ½) an Graf Ferdinand von Sporck um 680 fl verkauft, auf dem dieser die „Sporcksche Villa“ errichtet, das „Brunnergütl“ übernimmt Tochter Maria Sittl (geb. 14.8.1836 in Urfeld gest. in Urfeld) zu 5 300 fl. Besitz: 44 Tagwerk 43 Dezimalen = 15,139 Hektar.

    Sie heiratet am 8.2.1875 Joseph Rieger (geb. 24.2.1839 in Ort gest. in Urfeld), Fischer und Landwirt. Keine ehelichen Kinder.

    Adoptivtochter, „Erziehungstochter“: Maria Sittl, geb. Ostler 13.10.1878 in Garmisch.

  • 10.11.1904

    Maria adoptierte Sittl, geb. Ostler (geb. 13.10.1878 in Garmisch), spätere Sägewerksbesitzersehegatten in München, Zieblandstraße 39, übernimmt Urfeld Nr. 69 und 69 ½ einschließlich Fischrecht im Walchensee und in der Jachen um 40 000 Mark für Immobilien und 10 000 Mark für Mobilien.

    Sie heiratet Michael Geiger (geb. 18.2.1881 in Schlehdorf). Er stammt von Schlehdorf Nr. 33 „Unterschaffler“, „Geiger“ (2000: Karpfseestraß3 6). Er ist seit 8.11.1898, zuerst als Student „Baugewerbeschüler“ in München.

    Fischer am See10
  • 24.3.1905

    Verkauf von 0,134 Hektar an Emilie Heine, Rechtsanwaltsgattin von Berlin-Charlottenburg, Fasanenstraße 77 um 3 120 Mark. Grundstück Nr. 69 1/9.

    1909/10: Verkauf eines Bauplatzes an Hugo Hagemeister um 3 000 Mark.

  • 1908

    Neubau einer Blockhütte mit Vorplatz. Verkauf von Baugrundstücken durch die Sägewerksbesitzersehegatten mit der Verpflichtung, die Häuser von dem Bruder Geiger, Zimmermeister, erbauen zu lassen.

  • 3.11.1911

    Verkauf eines Bauplatzes an Dr. Otto Borngräber, Schriftsteller in München, um 2 500 Mark. Verkauf um 950 Goldmark am 12.9.1925 an Frieda Gärtner, Buchdruckereibesitzerswitwe in Tegernsee. 5.11.1912 Notariat Tölz:Baugrund an Eduard Erhard um 4 000 Mark.

  • 1921

    Gustav Deisler, Privatier in Bad Tölz, und Max Goßmann, Privatier in Bad Tölz, übernehmen einschließlich Haus 69 1/7 durch Kauf um 300 000 Mark, davon 70 000 Mark für Mobilien im Miteigentum zu gleichen Anteilen. 8,361 Hektar = 24 Tagwerk 55 Dezimalen

  • 22.7.1921

    Richard Bruno Schilde (geb. 11.6.1881 in Zeitz, Regierungs Bezirk Merseburg, Landgericht Naumburg, Staatsangehörigkeit Preußen gest. 23.9.1963 in München), Direktor des „Continental-Hotel“ in München übernimmt einschließlich Haus 69 1/7 durch Kauf um 520 000 Mark, davon 200 000 Mark für Mobilien. Die Familie wohnt in München, Ohmstraße 1, und betreibt dort gleichzeitig und weiterhin erfolgreich die „Pension Gartenheim“.

    Er heiratet Karolina (Lina) Hoppe (geb. 24.9.1878 in Korbach, Bezirk Waldeck, Landgericht Kassel gest. 16.8.1961 in München).

  • 1933-1939

    Das Hotel erlebt seine beste Auslastung in der nationalsozialistischen Zeit vor Beginn des Weltkrieges 1939 durch Zuführung von Gästen durch die Organisation KdF („Kraft durch Freude“, eine Organisation für Reisen und Bildung der nationalsozialistischen „Deutschen Arbeitsfront“, die 1933 an die Stelle der zwangsaufgelösten vorherigen Gewerkschaften trat).

  • 13.11.1945

    Notar Hermann Wiesinger, Notariat München XVII: Lina Schilde, geb. Hoppe, München, Ohmstraße 1 und Irmgard Strauß, geb. Schilde, Urfeld Nr. 69 und 69 a erhalten das Anwesen übertragen. Besitz: 9,174 Hektar

  • 1949

    Neubau des Hotels (rechte Seite), Anbau 1970.

  • 10.9.1956

    Irmgard Schilde (geb. 18.1.1920 in München gest. 17.11.1979) übernimmt alleine.

    Sie heiratet am 8.6.1938 (Scheidung 1960) Johann Strauß (geb. 5.2.1909 gest. 29.5.2005). Pächter bis zu seiner Scheidung 1960.

    Eigentümer des Anwesens bleibt Schwiegervater Richard Schilde bis zur notariellen Übertragung 1945, ab 13.11.1945 Ehefrau Irmgard Strauß, geb. Schilde zusammen mit ihrer Mutter Lina Schilde, geb. Hoppe, ab 10.9.1956 Ehefrau Irmgard Strauß, geb. Schilde allein. Nach der Scheidung 1960 führt Irmgard Strauß den Hotelbetrieb allein weiter bis zum Verkauf 1968. Mitarbeit der Kinder.

  • 13.11.1957

    9,174 Hektar

  • 1979/1980

    Eigentümergemeinschaft aus etwa 40 Personen in Bruchtelseigentum unter Vertretung des Hauptbeteiligten Rechtsanwalt Wallbrecher aus München, alle aus dem Kreis der Katholischen Integrierten Gemeinde übernimmt durch Kauf das seit Jahren leerstehende oder nur teilweise durch Pacht genutzte Haus.

  • Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit e.V. (eingetrager Verein) als Rechtsträger der Mitglieder aus dem Kreis der Katholischen Integrierten Gemeinde übernimmt durch Kauf.

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