Walchensee Altlach Nr. 59 "Försterhaus", "Bräu"
1728: Die Jägerfamilie Heiß, bisher im Jägerhaus des Klosters in Walchensee auf dem Platz der neu erbauten Schwaige, wird in das 1704 von Jacob Sachenbacher im Auftrag des Klosters neu erbaute „Försterhaus“ in Altlach umgesiedelt.
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Gabriel Heiß (gest. in Walchensee) übernimmt.
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10.12.1578
Gabriel Heiß und sein Sohn Stephan werden von Hanns Zwerger, „Hanslbauer“ in Walchensee Nr. 62 wegen Körperverletzung verklagt.
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1582
Gabriel Heiß hat Holzschlag und Blumbesuch (=Weiderecht) am Farchenberg (später= Herzogstand).
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Matthäus Heiß (geb. in Walchensee gest. um 1645 in Walchensee) übernimmt vom Vater. Jäger und Forstknecht zu Walchensee. Er heiratet Catharina (gest. nach 1652 Walchensee).
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UM 1645
Vitus Heiß (gest. 23.9.1675 abgestürzt am Herzogstand=Farchenberg) übernimmt nach dem Tod des Vaters. Er ist der Sohn von Klosterjäger Mathias Heiß und Catharina. Nach dem Tod des Vaters, gewesenen Forstknechts Mattheis Heiß, bekommt Veit Heiß vom Kloster Benediktbeuern die Behausung mit allem Einfang, den er aber nicht erweitern darf ohne Erlaubnis des Klosters. Er muss jährlich 2 fl 12 Xr geben und 4 Pfennig Stiftgeld. Zu seiner besseren Unterhaltung ist ihm verwilligt und zugelassen, die völlige Reißjagd und Pirsch wie auch die Inspektion und Aufsehen auf alle Gebirg und Gehilz vom Kesselberg diesseits des Sees bis auf das March (=Grenzstein) oder Brückl gegen Walgau. Dabei muss er bei der Verlierung seiner Stift fleißig obacht haben, dass khaine frembde schüzen“ an dieses Gebirg geduldet, sondern gebührend abgestellt und der Herrschaft geoffenbart, auch das geringste ohne Verwilligung der Herrschaft umgehackt oder auszubringen gestattet wird. Was er in diesem ihm anvertrauten Gebirg durch Krichtlschießen oder in anderwegen Feder-, Hoch- oder Niederwildpret fange oder bekomme wird selbiges dem Kloster getreulich ohne den geringsten Betrug gegen Empfang des gewöhnlichen Jägerrechts abgeliefert, bei den Holzstrafen soll er den 3. Teil der Strafgelder empfangen. (Briefprotokoll Kloster Benediktbeuern). Vitus Heiß hatte vom Kloster Benediktbeuern den Auftrag, die Wildbretschützen aus der Grafschaft Werdenfels, von Wallgau, Krün und Mittenwald, abzuhalten und deren Holzdiebstähle aus dem Klosterwald zu verhindern.
Er heiratet am 25.4.1652 Lucia Wörner (geb. in Jachenau gest. 27.4.1694 in Walchensee) vom „Häusl auf dem Wiedn“ in Jachenau Nr. 14.
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29.8.1686
Johann Heiß (gest. 2.12.1730 in Altlach, Walchensee) übernimmt von der verwitweten Mutter. Sie verlangt bei der Übergabe 150 fl zur Aussteuerung der Kinder, für sich als „Zubuß“ 1 Metzen Getreid „wie selbiges beim Haimatl erpauet werdet“ und 8 Pfund rohes Schmalz, quatemberlich (=vierteljährlich) 15 Xr und wöchentlich, wenn vorhanden, 1 Maß Milch sowie 10 fl, damit den ledigen Töchtern Bettgewand gerichtet werden könne. (Stiftsbuch Kloster Benediktbeuern)
Er heiratet am 29.8.1686 Rosina Resenberger (geb. 18.12.1664 in Ort gest. in Altlach, Walchensee) vom „Jodl“ in Ort Nr. 45, Pfarrei und Gemeinde Kochel.
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1707
Stiftsbuch Kloster Benediktbeuern anläßlich der Übergabe: „Johann Heiß hat die ganz baufällige Behausung durch selbstaigene Unkosten auferpauet.“
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9.2.1707
Georg Heiß (geb. 1687 in Walchensee gest. 27.4.1771 in Altlach, Walchensee) übernimmt vom Vater. 1728: Das Kloster Benediktbeuern verstiftet das bisher von Jacob Sachenbacher in Altlach erbaute und von ihm bisher bewohnte Haus an Georg Heiß: „Georg Heiß darf 5 Küh und 3 Jungvieh halten, auch 2 Schiff zu seinem Gebrauch. Er darf jährlich 6 Schilling Baum schlagen und 19 Klafter Buchenholz. Das Holz wird ihm angewiesen und er muß für jeden Baum 3, für jeden Klafter 9 Xr zahlen. Er darf 1 Knecht und 1 Magd halten, aber der Knecht darf nicht schießen.“
Er heiratet am 9.2.1707 Eva Fischhaber (geb. in Beuerberg gest. 4.7.1739 in Altlach, Walchensee).
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1728
Das Kloster Benediktbeuern läßt auf dem Platz des bisherigen Jägerhauses in Walchensee die Schwaige von Jacob Sachenbacher erbauen und siedelt die Jägerfamilie Heiß in das 1704 neu erbaute „Försterhaus“ in Altlach um.
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1728
Jacob Sachenbacher hatte das Altlacher Haus gegen 400 fl an den Abt des Klosters Benediktbeuern abgetreten, „dazu gehören 4 gute Kühe, 1 Kalbl und 1 Stier, das kupferne Schiff auf dem Herd und der Eimer am Brunnen. Ferner tritt er für 30 fl ab 2 Schiff, 3 kupferne und eiserne Pfann, 1 eisernen Hafen, 2 Bettstellen und Bett, Zimmerzeug, 1 Wagen, Häfen, Schüssel und Küchengeschirr.“
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20.10.1729
Melchior Heiß (geb. 6.1.1709 in Walchensee gest. 6.2.1752 in Altlach, Walchensee) übernimmt vom Vater und heiratet am 20.10.1729 Agatha Jocher (geb. 23.1.1710 in Joch gest. 6.4.1768 in Altlach, Walchensee) von der Schwaige in Joch am Kochelsee.
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7.11.1752
Melchior Tanner (geb. 5.1.1696 in Jachenau gest. 23.4.1769 in Altlach, Walchensee) übernimmt am 7.11.1752 durch Heirat der Witwe Agatha Heiß, geb. Jocher (geb. 23.1.1710 in Joch U 6.4.1768 in Altlach, Walchensee). Er stammt vom „Petererklas“ in Petern Nr. 27, Jachenau und bringt 300 fl Heiratgur und 1 Jungrind.
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3.6.1768
Benedict Heiß (geb. 22.3.1739 in Walchensee gest. 5.4.1792 in Walchensee) übernimmt vom Stiefvater nach dem Tod der Mutter und heiratet am 3.6.1768 Kunigunde Müller von Kleinweil Nr. 8 „Zum Kistler“.
In zweiter Ehe heiratet er Elisabeth (um 1754 gest. 11.6.1814 in Walchensee).
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10.11.1794
Der Sohn aus erster Ehe Melchior Heiß (geb. 2.1.1770 in Walchensee gest. 27.5.1846 in Walchensee) übernimmt nach dem Tod des Vaters und heiratet am 10.11.1794 Magdalena Tanner (geb. 25.5.1765 in Jachenau gest. 28.4.1835 in Walchensee) vom „Petererklas“ in Petern Nr. 27, Jachenau.
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21.7.1808
Königliches Rentamt Tölz. Kataster:
Besitzfassion. 1/16 Hof beim Jäger in AltlA Haus Nr. 59 ersteigert im Jahre 1803, wovon aber von der allerhöchsten Regierung noch kein Kaufbrief ertheilt worden um 50 fl.
Melchior Heiß, Königliches Forstärar
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14.11.1836
Andrä Bräu (geb. 31.12.1804 in Sprengelsbach gest. 9.8.1881 in Walchensee) übernimmt am 14.11.1836 durch Heirat der Hoferbin Theres Heiß (geb. 15.9.1806 in Walchensee U 11.12.1884 in Walchensee). Er ist königlicher Förster und stammt vom Hof „Beim Jäger“ in Sprengelsbach bei Böbing.
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1843
Andrä Bräu, bekannt als „der letzte Holzhay“ am Walchensee, errichtet den neuen stattlichen Hof, fast herrschaftlich dimensioniert. 1843 wird 50 Meter westlich des alten Gebäudes der neue Hof unter Zimmerermeister Paul Schwarzenberger von Lenggries errichtet. Italienische Bauarbeiter ziehen die Steinmauern hoch, 450 m³ Holz werden verarbeitet, das Dach hat eine freitragende Konstruktion. Die Flure und Treppen sind großzügig, fast herrschaftlich dimensioniert. Man hat den Eindruck, dass das bayerische Königshaus hier mitgewirkt hat. Nicht von ungefähr wurden später die Initialen von Ludwig II. auf dem Dach und oberhalb der Balkontür angebracht. König Ludwig II. besuchte die Berghütten seines Vaters sehr häufig und benutzte die Wiese vor dem Forsthaus in Altlach sogar als Ort einer Kabinettssitzung im Freien. Der König, so Luise von Kobell, setzte sich, die schottische Mütze auf dem Kopf, im Reisekostüm an den Tisch, rückwärts von ihm, stramm aufrecht, zwei Lakaien. Vor ihm stand sein Kabinettschef in schwarzem Frack, den Claquehut unter dem Arm und berichtete mit lauter Stimme über die von den verschiedenen Ministern eingesandten Anträge und Vorschläge, dann und wann mischte sich das Tönen einer Kuhglocke darein. König Ludwig hatte das Eckzimmer im ersten Stock, wenn er sich dort aufhielt.
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5.12.1853
Kaufbrief zu 5 000 fl. Briefprotokoll König-liches Landgericht Tölz:
Georg Schwarz königlicher Posthalter von Walchensee schließt nach hierzu erlangter hypothekenamtlicher Bewilligung mit dem königlichen Forstwarte Andre Bräu von Altlach und Joseph Friedl Waldbauer (=„Waltlbauer“) zu Walchensee nachstehenden Kaufvertrag:
Georg Schwarz verkauft und überlässt aus seinem beim Postanwesen Haus Nr. 61 zu Walchensee befindlichen Besitzthum die in Litera B katastrierte Lobesau Plan Nr. 43 Wohnhaus und Stadel unter einem Dach und Plan Nr. 44 Acker und Wiese, zusammen 36 Tagwerk 76 Dezimalen, jedoch ohne alte Hauseinrichtung, aber mit Haus- und Baumannsfahrnis mit alleiniger Ausnahme des Hausrathes, Steuer Simplum 17 fl 7 Xr 5 Heller, Haussteuer 3 Xr dem Andre Bräu und Joseph Friedl zum gemeinschaftlichen Besitz und Eigenthum zur rechtsbedungenen Summe von 5 000 fl.
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Maria Katharina (Kathi) Bräu (geb. 24.5.1843 in Walchensee gest. 2.3.1909 in Walchensee) übernimmt von den Eltern. Sie bleibt ledig und übergibt an den Neffen Anton Bräu von Oberfinning.
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Anton Bräu (geb. 25.3.1902 in Walchensee gest. 25.5.1980 in Walchensee) übernimmt von den Eltern und heiratet Anna Bauer (geb. 18.7.1905 in Bichl gest. 7.3.1977 in Walchensee.
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Anton Bräu (geb. 4.10.1937 in Walchensee gest. 13.2.2010) übernimmt von den Eltern und heiratet Christine Eisenreich (geb. 25.7.1944 in Oberstaudhausen gest. 12.3.2019).