Pessenbach

Pessenbach, Pfarrei und Gemeinde Kochel am See Nr. 53 „Matthäusler“

Neugründung des Anwesens am 09.05.1700

  • 09.05.1700

    Simon Hohenreiter (geb. 24.10.1671 in Ort gest. 26.7.1730 in Pessenbach) von Ort Nr. 52 „Schneider“ gründet das Anwesen. Er hat am 09.05.1700 beim Gangsteig in der Ötz um 7 Gulden, den damaligen Wert einer halben Kuh, von den Orterern einen Fleck gekauft und mit Erlaubnis des Klosters darauf ein Häusl gebaut. Simon war Gemeiner bei der XII. Korporalschaft der Landesdefension.

    Er heiratet am 3.3.1699 Anastasia Krinner (geb. in Schönau gest. 15.9.1733 in Pessenbach).

  • 26.10.1733

    Matthäus Hohenreiter (geb. 24.2.1704 in Pessenbach gest. 31.10.1763 in Pessenbach) übernimmt vom Vater und heiratet am 26.10.1733 Maria Schöfmann (geb. in Laingruben gest. 29.8.178? in Pessenbach).

    Von diesem Matthäus hat wohl der Hof seinen Hausnamen bekommen.

  • 6.2.1769

    Andreas Hohenreiter (geb. 7.11.1774 in Pessenbach gest. 11.1.1814 in Pessenbach) übernimmt von der Mutter und heiratet am 6.2.1769 Maria Ertl (geb. 14.8.1731 in Ort gest. 3.8.1803 in Pessenbach) von Ort Nr. 51 „Schröferl“.

  • 3.2.1818

    Matthias Zwerger (geb. 18.2.1783 in Kochel gest. 11.8.1854 in Pessenbach) von Kochel Nr. 26 „Hannasima“ übernimmt wahrscheinlich durch Erbschaft die Heimat seiner Mutter Anastasia Hohenreiter (geb. 11.2.1746 gest. 17.10.1817) und des Großvaters Matthäus Hohenreiter.

    Er heiratet am 3.2.1818 Crescenz Schretter (Schreder, Schröder) (geb. 14.11.1780 in Ried gest. 29.1.1819 in Pessenbach im Kindbett) und in zweiter Ehe am 22.2.1819 Anastasia Pensberger (geb. 11.2.1787 in Ried gest. 26.12.1835 in Pössenbach) von Ried Nr. 26, Pfarrei Benediktbeuern).

    In dritter Ehe heiratet er am 2.5.1836 Anastasia Werkmeister (geb. 30.6.1790 in Pfisterberg gest. 27.2.1855 in Pössenbach).

  • 9.9.1854

    Erbtheilungsvertrag zu 1 200 fl. Notariat Tölz:

    Auf das am 11. vorigen Monats (=August 1854) erfolgte Ableben des Mattheis-Söldners Matthias Zwerger von Ort schließen heute dessen Kinder Matthias, Michael, Johann und Joseph Zwerger sämmtlich großjährig mit der von dem Gemeindevorsteher Balthasar Bauer von Kochel verbeiständeten Anastasia Zwerger, geb. Werkmeister nachstehenden Erbtheilungsvertrag vor Amt ab:

    I.

    Der Sohn Matthias Zwerger überkommt und übernimmt das elterliche 1/32 Mattheisengut Haus Nr. 352 zu Ort Gemeinde Kochel, welches besteht in

    Litera (Buchstabe) A: dem reluiert (=unbeschränktes Eigentum, ehemaliges Obereigentum des Staates abgelöst) eigenen 1/32 Mattheisengut, Wohnhaus zu 0.03 Dezimalen,

    Litera B: dem ludeigenen Gemeindstheil Wiese zu 2 Tagwerk 86 Dezimalen.

    Litera C: dem Forstrecht in den Staatswaldungen per jährlich 7 Klafter, jedoch unter Berücksichtigung der forstamtlichen Beschränkungen,

    samt allen auf diesem Anwesen ruhenden Rechten und Lasten, mit Ein- und Zugehörungen, mit Haus- und Baumannsfahrnissen zum unwiderruflichen Besitz und Eigenthum um die amtsseits als wahr anerkannte Werthsumme zu

    1 200 fl

    unter nachstehenden Bedingungen:

    II.

    Als Zehrpfennig bedingt sich die Stiefmutter Anastasia Zwerger, nachdem sie ihr Heiratsgut zu 200 fl baar in die Ehe gebracht, von ihrem verstorbenen Ehemann wieder zurückerhalten und ihrem Bruder Joseph Werkmeister, Bauer von Pfisterberg als Darlehen vorgeschossen und sonach von diesem zurückzuempfangen hat, lediglich

    40 fl,

    welche Übernehmer ihr an seinem Hochzeitstage, spätestens binnen Jahr und Tag von heute an baar hinauszuzahlen hat.

    Als Austrag erhält dieselbe zur Wohnung das Seitenstübchen zu ebener Erde, welches ihr geheizt werden muß, die tägliche Tischkost zu den gewöhnlichen Mahlzeiten, wöchentlich 1 Maß süßer Milch, quatemberlich (=vierteljährlich) ½ Pfund Schmalz, steht ihr der Fruchtgenuß eines Apfelbaumes, eines Birnbaumes und zwei Zwetschgenbäumen, welche sämtlich im Garten gegen den Willibaldschen Grund hin beisammen stehen, ist für Holz und Licht freizuhalten, auch ihr gewaschen und geflickt und jährlich 1 Hemd, ein Rock und 1 Paar Schuhe angeschafft werden. Ihre ärztlichen und Leichenkosten sind aus ihrem Vermögen zu bestreiten. Dieser Austrag wird jährlich auf 40 fl, sohin im 5jährigen Anschlag auf 200 fl geschätzt

    III.

    Als Elterngut erhalten die Brüder Johann, Michael und Joseph Zwerger außer den im Kindsvertrag vom 22.4.1836 ihnen bestimmten 60 fl Muttergut auch je 140 fl Vatergut, sohin je 200 fl also zusammen 600 fl. Dieses ist vom Hochzeitstage des Übernehmers an jährlich mit 2 % zu verzinsen, und sobald sie es verlangen, nach vieteljähriger Aufkündung heimzuzahlen.

    Als Ausfertigung erhält jeder ebenfalls im Bedürfnis- oder Versorgungsfalle aus den vorhandenen Betten ein zweischläfriges Bett nebst Bettstatt und einfachem Überzug und einen von den vorhandenen Hängkästen zusammen im Werthe von je 25 fl, für die drei Brüder zusammen 75 fl.

    Von den im Hypothekenbuch eingetragenen 60 fl Muttergut des längst verstorbenen Bruders Andreas Zwerger hat keines der Geschwister mehr einen Anspruch und wird die Löschung bewilligt und beantragt.

    Unterschriften:

    Matthias Zwerger

    Michael Zwerger

    Johann Zwerger

    Joseph Zwerger

    + der Anastasia Zwerger

    Bauer, Vorsteher

  • 9.9.1854

    Der Sohn aus zweiter Ehe Matthias Zwerger (geb. 24.10.1820 in Pessenbach gest. 25.7.1875 in Pessenbach) übernimmt nach dem Tod des Vaters und heiratet am 23.10.1854 Theres Linderl (geb. 3.1.1818 in Benediktbeuern gest. 27.7.1902 in Pessenbach).

  • 11.10.1880

    Georg Lechner (geb. 10.1849 in Zell bei Ebenhausen, Gemeinde Hohenschäftlarn gest. 18.11.1901 in Pessenbach) übernimmt am 11.10.1880 durch Heirat der Hoferbin Maria Anna Zwerger (geb. ­ 8.8.1858 in Pessenbach gest. 20.6.1934 in Pessenbach).

    Georg Lechner wurde von einer Buche erschlagen. Er war Feldzugsteilnehmer 1870/71.

  • 20.5.1912

    Georg Lechner (geb. 28.9.1881 in Pessenbach gest. in Pessenbach), Holzmeister, übernimmt vom Vater und heiratet am 20.5.1912 Maria Gistl (geb. 12.5.1885 in Benediktbeuern gest. 26.1.1954 in Pessenbach).

    Georg Lechner war mit 93 Jahren noch sehr rüstig. Er geht im Winter wie im Sommer alle Sonntag in die Kirche nach Kochel.

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