Moar

Kochel am See Nr. 10 „Moar“

Heute Bahnhofstr. 2

Der „Moar“ war der Maierhof des Kochler Klosters, das 740 durch Bonifatius gegründet wurde.

Beim Hunneneinfall anno 955 wurde das Kochler Kloster, sowie auch das Kloster Benediktbeuern niedergebrannt.

Der Maierhof soll dabei erhalten geblieben sein.

Das Kloster Benediktbeuern wurde 1030 durch den Abt von Tegernsee wieder aufgebaut, das Kochler Kloster jedoch nicht mehr.

1048 kommt Cochalon (Kochel) durch einen Schenkungsbrief des Kaiser Heinrich III zum Kloster Benediktbeuern.

Ab 1270 finden wir im Salbuch des Klosters Benediktbeuern für 14 Kochler Bauern, darunter auch der Moar, laufend Aufzeichnungen.

Bereits im Jahr 1160 wird ein Albero Villicus de Cochelin (Moar) urkundlich erwähnt.

Wenige Jahre später finden wir einen Eintrag über Bertholdus de Cochelin als Ministeriale des Klosters Benediktbeuern. Dann liegen mehrere hundert Jahr Dunkelheit über den Hofbesitzern, nur der Hof selbst wird wegen seiner Abgaben an das Kloster erwähnt.

Ab 15. Jahrhundert beginnen die laufenden Einträge.

  • Um 1460

    Haincz Rösenperger (geb. in Ried gest. um 1496 in Kochel) von Ried, (Sedlmaier) übernimmt. Er heiratet ca. 1460 mit einer Wildt (geb. in Häusern gest. in Kochel).

    Haincz Rösenperger teilt seinen Hof, die Nr. 10 „Moar“ erhält Sohn Haincz Rösenperger. Sohn Liendl Rösenperger erhält Kochel Nr. 9 „Moar Michl“, „Moar Landfried“.

  • um 1494

    Haincz Rösenperger (geb. in Kochel gest. 1530 in Kochel) übernimmt vom Vater. Er heiratet um 1494 Margareta Pichler (geb. 1441 in Vorderbichl, Jachenau gest. um 1519 in Kochel) von Hinterbichl, Jachenau Nr. 23 und 24 noch vor der Teilung Hinterbichls in „Bichlermichl“ und Bichlerkaßl“.

    In zweiter Ehe heiratet er um 1519 Anna Linderl (geb. in Ort gest. 1539 in Kochel).

  • Um 1528

    Martin Rösenperger (geb. in Kochel gest. vor 1583 in Kochel), Sohn aus erster Ehe, übernimmt vom Vater.

    Er heiratet um 1528 Apollonia (gest. vor 1583 in Kochel).

  • 1552

    Balthasar Rösenperger (geb. um 1529 in Kochel gest. nach 1589 in Kochel) übernimmt vom Vater.

    Er heiratet 1552 Anna Moosmüller (geb. in Achmühl gest. in Kochel).

  • Um 1570

    Melchior Resenberger (geb. in Kochel gest. vor 1624 in Kochel) übernimmt vom Vater und heiratet um 1590 Barbara (gest. in Kochel).

    In zweiter Ehe heiratet er Margaretha.

  • 1614

    Balthasar Resenperger (geb. in Kochel gest. um 1628 in Kochel, Sohn aus erster Ehe, übernimmt vom Vater und heiratet 1614 Barbara Aichbichler (geb. in Laingruben (seit 1865 = Benediktbeuern) gest. 1634 in Kochel an der Pest)

  • 1628

    Caspar Mürnseer (geb. in Stallau gest. 1634 in Kochel an der Pest) übernimmt 1628 durch Heirat der Witwe Barbara Resenberger, geb. Aichbichler.

    Nachdem Caspar Mürnseer und Ehefrau Barbara Mürnseer 1634 beide an der Pest gestorben waren, waren kaufte den Hof Caspar Jocher.

  • 15.2.1635

    Caspar Jocher (geb. um 1605 in Bichl gest. 17.8.1675 in Kochel) übernimmt durch Kauf um 700 fl und 3 Dukaten und 1 fl Leikauf, Gerichtsbrief vom 15.2.1635. Das entspricht dem damaligen Wert von 70 Kühen.

    Er heiratet am 19.5.1618 Maria Aichbichler (gest. in Kochel) von Laingruben (seit 1865 = Benediktbeuern) Nr. 17 „Posthaus“, „Zwerger“.

  • 5.4.1650

    Benedict Jocher (geb. 28.2.1624 in Kochel gest. 26.4.1683 in Kochel) übernimmt vom Vater um 700 fl und heiratet am 5.4.1650 Rosina Hochenleitner (geb. in Grafenaschau gest. 13.2.1709 in Kochel)

  • 11.9.1684

    Joseph Jocher (geb. 1652 in Kochel gest. 19.7.1725 in Kochel) übernimmt vom Vater. „Besonderer Wohltäter der Kirche zu Kochel“. Er war Gemeiner bei der 8. Korporalschaft der Landesdefension.

    Am 11.9.1684 heiratet er Catharina Brandhofer (geb. in Holz, Lenggries gest. 20.4.1700 in Kochel).

    In zweiter Ehe heiratet er am 21.6.1700 Elisabeth Schröferl (geb. 3.1.1666 in Kochel gest. 16.2.1721 in Kochel) von Kochel Nr. 32 „Daser“, „Illn“.

  • 30.6.1712

    Der Sohn aus erster Ehe Michael Jocher (geb. 15.8.1685 in Kochel gest. 7.10.1715 in Kochel) übernimmt vom Vater um 700 fl.

    Er heiratet am 30.6.1712 Maria Wörner (geb. 9.10.1691 in Jachenau gest. 17.3.1718 in Kochel) von Jachenau Nr. 21 „Höfen“.

  • 30.10.1715

    Maurus Krinner (geb. 1.4.1693 in Kochel gest. 29.6.1765 in Kochel) von Kochel Nr. 29 „Stutz“ übernimmt durch Heirat der Witwe Maria Jocher, geb. Wörner.

    Inzweiter Ehe heiratet er am 6.7.1718 Margarethe Lutz (geb. in Untersöchering gest. 23.11.1758 in Kochel). Sie hat 400 fl und 1 Kuh. Anfall 30 fl

  • 14.7.1760

    Der Sohn aus zweiter Ehe Blasius Krinner (geb. 27.1.1725 in Kochel gest. 8.12.1800 in Kochel) übernimmt vom Vater gegen 700 fl. Anfall 60 fl. Übergabsbrief 3.7.1760. ½ Hof „Mairblasl“.

    Er heiratet am 14.7.1760 Catharina Walser (geb. 29.4.1734 in Sindelsdorf gest. 23.10.1780 in Kochel) von Sindelsdorf Nr. 34 „Ment“. Catharina Walser hat 470 fl und 1 Kuh.

  • 10.2.1794

    Joseph Krinner (geb. 6.3.1771 in Kochel gest. 13.12.1823 in Kochel) übernimmt vom Vater gegen 760 fl. ½ Hof „Mairsepp“. Er hatte Rottfuhrwerk (Etappenweiser Warentransport auf Handelsrouten. Die Beförderung erfolgte pro Strecken­abschnitt jeweils durch die lokale Bevölkerung. Zwischen den Rott­stationen lag maximal eine Tages­etappe. Die Fuhr­leute der Rott­stationen hatten das vom Landes­herrn verliehene alleinige Recht inne, die Güter bis zur nächsten Station zu befördern. Die Rott war ein ein­träg­liches Geschäft, ver­pflichtete aber als Gegen­leistung zur Instand­haltung der Straßen) über den Kesselberg bis hinunter nach Italien und soll mit seinem Sohn Joseph bis Brindisi gekommen sein.

    Er heiratet am 10.2.1794 Anastasia Walser (geb. im Nonnenwald gest. 19.3.1795 in Kochel im Kindbett) vom „Hainz“ im Nonnenwald.

    In zweiter Ehe heiratet er am 13.10.1795 Maria Bauer (geb. 19.3.1768 in Oberenzenau gest. 25.5.1844 in Kochel). Sie hat 550 fl.

  • 17.6.1828

    Joseph Krinner (geb. 19.3.1804 in Kochel gest. 10.12.1885 in Kochel) übernimmt vom Vater und heiratet am 17.6.1828 Maria Saal (geb. 7.6.1805 in Frechensee, Pfarrei Seeshaupt gest. 4.5.1837 in Kochel).

    In zweiter Ehe heiratet er am 3.6.1837 Maria Lutz (geb. 16.1.1802 in Dürnhausen gest. 10.9.1887 in Kochel)

  • 20.2.1871

    Der Sohn aus erster Ehe Joseph Krinner (geb. 23.12.1829 in Kochel gest. 17.9.1904 in Kochel) übernimmt vom Vater und heiratet am 20.2.1871 Anastasia Pensberger (geb. 21.5.1845 in Kochel gest. 17.9.1899 in Kochel) von Kochel Nr. 22 „Pfeifer“, „Kramer“.

  • 3.2.1899

    Johann Mayr (geb. 30.6.1874 in Hohenkasten, Pfarrei Eberfing gest. 14.1.1941 in Kochel)übernimmt am 3.2.1899 durch Heirat der Hoferbin Maria Krinner (geb. 27.1.1872 in Kochel gest. 10.3.1919 in Kochel).

    Er war Bürgermeister von Kochel 1912 bis 1919.

    In zweiter Ehe heiratet er am 31.5.1920 die Witwe Anastasia Bernbold, geb. Krinner (geb. 9.12.1873 in Kochel gest. in Kochel), Schwester der 1. Ehefrau.

    Maria Krinner
  • 1921 und 1922

    Johann Mayr baut den Hof von Grund auf neu. Der alte Hof zur Hälfte aus Holz und nach Osten gerichtet. Beim alten Haus war die Stallung gegen das Dorf.

    Johann Mayr
  • 23.10.1944

    Josef Mayr (geb. 23.12.1900 in Kochel gest. 3.7.1961 in Kochel) übernimmt vom Vater und heiratet am 23.10.1944 Maria Eberl (geb. 18.1.1915 Jachenau gest. 1.4.1981 in Kochel) vom „Hanslbauer“ in Jachenau Nr. 50 und 51.

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