Kochel am See Nr. 17 (seit 1858 Nr. 20) „Oswald“
Heute Mittenwalder Str. 5
Gründung des Anwesens um 1600.
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15.7.1642
Caspar Öttl (geb. in Kochel gest. 1.2.1670 in einer Schneelawine in Walchensee) übernimmt und heiratet am 15.7.1642 Elisabeth Linderl (geb. in Ort gest. in Kochel).
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3.2.1682
Johann Öttl (geb. in Kochel gest. 23.2.1684 in Kochel) übernimmt von der Mutter und heiratet am 3.2.1682 Christine Jocher (geb. in Kochel gest. in Kochel) von Kochel Nr. 10 „Mair“. Sie hat 120 fl und 1 Kuh.
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1684
Michael Öttl (geb. in Kochel gest. in Kochel) übernimmt durch Heirat der Witwe Christine Öttl, geb. Jocher.
Er stammt von Kochel Nr. 28 „Öttl“.
Keine Kinder.
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1693
Michael Öttl verkauft den zum Hof gehörigen Aspensteinbichl oberhalb Kochel (spätere Nummer Kochel Nr. 66) an Abt Eliland II. von Benediktbeuern um 23 Gulden, dem damaligen Wert von etwa 3 Kühen. Dieser ließ dort ein Erholungsheim für alte und kranke Klostergeistliche einrichten. Für die Errichtung dieses Baues wurde eine erhebliche Geldstrafe verwendet, die einem – unbekannten – Kochler auferlegt worden war, weil er 1693 im Kloster Benediktbeuern einen schweren Diebstahl begangen hatte, dafür zum Tode verurteilt wurde, doch vom Kurfürsten begnadigt worden war. Dieses Haus nannte man „Das Kochler Haus“.
1803 bei der Säkularisation verkaufte der bayerische Staat das Anwesen um 300 fl an Georg Freiherr von Stengel, königlich bayerischer Finanzrat in München, dieser am 9.8.1815 um 1 600 fl an Ignatz Huber, Weinhändler in München, dieser am 21.1.1836 um 6 000 fl an Dr. jur.Georg von Dessauer, königlich bayerischer Hofrat und Rechtsanwalt in München. Das Anwesen von 4 Hektar Größe blieb dann in der Familie derer von Dessauer bis August von Dessauer am 12.3.1936 an Baldur von Schirach, nationalsouialistischer „Reichsjugendführer“, verkaufte.
Dieses Anwesen wurde 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt, von dieser vorübergehend genutzt und enteignet. Nach dem Krieg verkaufte der bayerische Staat das Anwesen für 60 000 DM an die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), die darin eine politische Schule für Erwachsenenbildung, die „Georg-von Vollmar-Akademie“ einrichtete, im Volksmund „Das rote Haus“. (Quelle: Demleitner senior: „Hofgeschichten von Kochel“, maschinengeschriebenes Manuskript, Kochel am See, den 14.1.1975).
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17.1.1712
Adam Öttl (geb. 23.5.1683 in Kochel gest. 11.1.1756 in Kochel) übernimmt nach dem Stiefvater und heiratet am 17.1.1712 Maria Spöcker (geb. in Mürnsee gest. 19.8.1720 in Kochel)
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4.3.1737
Joseph Öttl (geb. 3.2.1713 in Kochel gest. 29.12.1786 in Kochel) übernimmt vom Vater und heiratet am 4.3.1737 Maria Ertl (geb. 24.8.1709 in Kochel gest. 23.9.1786 in Kochel) von Kochel Nr. 12 „Hausriebold“.
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11.10.1779
Dionys Öttl (geb. 6.10.1739 in Kochel gest. 1.6.1793 in Kochel - ertrunken in der Loisach), Fischer in Kochel Nr. 17, übernimmt von den Eltern und heiratet am 11.10.1779 Magdalena Wörner (geb. 21.7.1746 in Jachenau gest. 25.8.1783 in Kochel) vom „Schwaiger“ in der Point Nr. 44, Jachenau. Keine Kinder aus dieser Ehe.
In zweiter Ehe heiratet er am 17.11.1783 Magdalena Krinner (geb. 19.7.1754 in Kochel gest. 30.4.1836 in Kochel) von Kochel Nr. 40 „Dengg“.
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23.7.1793
Joseph Zwerger (geb. 3.3.1747 in Kochel gest. 25.7.1815 in Kochel), Bauer, übernimmt am 5.8.1793 durch Heirat der Witwe Magdalena Öttl, geb. Krinner.
Er stammt von Kochel Nr. 5 „Erhard“
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16.7.1808
Kataster: Der 1/16 „Oswald“-Hof Joseph Zwerger: ein halbgemauertes Wohnhaus Nr. 17 mit ebensolcher Stallung und hölzernem Stadel unter einem Dach, am 23.7.1793 übernommen um 300 fl, Krautgarten, Pflanzgärtl, Felder und Wiesen, Gemeindeanteil an unverteilten Gemeindegründen.
Gerichtsbar zum Königlichen Landgericht Tölz, Scharwerkgeld 5 fl 2 Xr 2 Pfennig, Stift 4 fl 1 Xr 3 Pfennig, Holzzins 50 Xr, Simplum (=einfache Steuer) 26 Xr, Fourage-Anlag (=Verpflichtung, die Militärpferde aus der Umgebung auf dem Hof zu versorgen) 26 Xr 1 Pfennig, den ganzen Zehend zum Königlichen Rentamte Tölz. Unterschrift X Handzeichen des Joseph Zwerger, Zeugen: Melchior Hoiß, Karolus Jocher.
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12.1.1818
Johann Zwerger (geb. 4.2.1798 in Kochel gest. 11.7.1887 in Fischen/Pähl), Bauer, übernimmt von der Mutter und heiratet am 12.1.1818 Maria Anna Pössenbacher (geb. 14.10.1792 in Ort gest. 23.4.1866 in Fischen/Pähl) vom „Vest“, Ort Nr. 48, Pfarrei Kochel.
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1824
Johann Zwerger erwirbt die Heimat der Mutter, den „Dengg“, Kochel Nr. 40 von den ledigen Geschwistern, Vetter Wolfgang Krinner und Cousine Margarethe Krinner, Kindern des „Dengg“-Hof übernehmenden Bruders Leonhard Krinner von der Mutter Magdalena, geb. Krinner.
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1827
Johann Zwerger verkauft den „Dengg“ wieder.
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1832
Johann Zwerger und Maria Anna, geb. Pössenbacher verkaufen das „Oswald“-Anwesen an Coelestin Zwerger und Maria Anna, geb. Laichmann von Kochel Nr. 27 „Seegenfischer“.
Johann Zwerger ging 1832 mit seiner Ehefrau nach dem Verkauf nach Vorderfischen am Ammersee und wurde Gastwirt.
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1832
Coelestin Zwerger (geb. 17.11.1770 in Kochel gest. 3.5.1841 in Kochel), Bauer und „Seegenfischer“, Kochel Nr. 27 seit 1802 kauft 1832 den „Oswald“ von Johann Zwerger und Maria Anna, geb. Pössenbacher. Er ist seit dem 8.11.1802 mit Maria Anna Laichmann (geb. 21.3.1783 in Schlehdorf gest. in Kochel)verheiratet.
Sie übergeben im gleichen Jahr an ihre Tochter Maria Anna.
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30.7.1832
Dominik Poschenrieder (geb. 28.12.1803 in Oberammergau gest. in Kochel) übernimmt am 30.07.1832 durch Heirat der Hofübernehmerin Maria Anna Zwerger (geb. 27.2.1808 in Kochel gest. in Kochel).
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1859
Nachdem alle Kinder gestorben waren, verkauft Dominikus Poschenrieder an Georg Wolf (geb. 7.11.1820 in Bichl), Flößer von Bichl)
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16.7.1860
Johann Baptist Bauer (geb. 3.12.1829 in Bichl gest. 11.8.1908 in Kochel) von Bichl übernimmt 1860 durch Kauf von Schwager Georg Wolf.
Er heiratet am 16.7.1860 Anastasia Wolf (geb. 10.11.1827 in Bichl gest. 24.8.1906 in Kochel).
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1882
Umbau des alten Hauses
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18.11.1889
Johann Baptist Bauer (geb. 25.2.1862 in Kochel gest. 21.1.1941 in Kochel), Zimmermann, übernimmt von den Eltern und heiratet am 18.11.1889 Monika Forstenhäusler (geb. 27.4.1857 in Fischbachau).
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1898/1900
Zur Zeit der Aufführung des Festspieles „Schmied von Kochel“wurde in dem zum Anwesen gehörigen Haus Nr. 25 ½ „Gasthaus Herzogstand“ eine Wirtschaft eingerichtet.
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1910
Johann Baptist Bauer baute die Stallung in ein Wohnhaus um.
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1.5.1916
Lorenz Haberl (geb. 24.6.1890 in Königsdorf gest. 21.2.1952 in Kochel), Zimmermann von Königsdorf, übernimmt am 1.5.1916 durch Heirat der Hoferbin Franziska Bauer (geb. 2.2.1888 in Kochel gest. 10.11.1935 in Kochel).
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30.9.1954
Martin Pfaller (geb. 8.10.1914 in Töging) übernimmt am 30.9.1954 durch Heirat der Hoferbin Ernestine Haberl (geb. 15.3.1917 in Kochel gest. 21.3.1973 in Kochel).
Am 27.05.1974 heiratet er in zweiter Ehe die Schwester seiner ersten Ehefrau Angela Pfaller.( geb. 04.04.1924).