Urfeld3

Urfeld Nr. 69 1/2 "Sporcksche Villa"

  • 5.1.1875

    Ferdinand Graf von Sporck (geb. 21.2.1848 in Krnsko gest. 21.7.1928 in München), Rentier in München, übernimmt am 5.1.1875 durch Kauf (Kaufvertrag, Notar Max Eisenberger in Tölz) von Jakob und Maria Sittl, „Brunnergütler“, „Fischer am See“ um 680 fl. 72 Dezimalen = 0,245 Hektar = 2 450 m2. Er stammt aus Krnsko, Kreis Jungbunzlau in Böhmen, Staat Österreich, galt in München als Ausländer. Er ist seit 10.4.1873 in München. Er kauft Bauplätze, bebaut diese und verkauft, kauft und verkauft Häuser:

    Er verkauft 1878 sein Anwesen Buttermelcherstraße 6 (seit 9.4.1875)in München um 80 000 Mark an Johann und Anna Steidl, Uhrmacherseheleute. Er kauft im März 1878 das Anwesen Thierschstraße 9 um 119 000 Mark von Johann Schrettinger, königlicher Kriegsrat. Thierschstraße 39 am 28.5.1903 verkauft um 123 200 Mark an Kaufmann Berthold Haymann. Dann ab 17.6.1903 vorübergehend in Starnberg ansässig.

    Er heiratet am 3.4.1872 in Berlin Anna Schmakal (geb. 21.10.1847 in Prag gest. 26.11.1908 in München). Keine Kinder.

    Ferdinan Graf von Sporck
  • 3.10.1902

    Berthold Christoph Friedrich Kellermann (geb. 5.3.1853 in Tafelhof, Nürnberg gest. 14.6.1926 in München), Königlicher Professor in München, Hofpianist, kauft von Josef und Maria Rieger, Besitzer des „Fischer am See“. Spätere Zukäufe von deren Nachfolgern, Schwiegersohn und Tochter Michael und Maria Geiger. Er stammt von Tafelhof, Heimatgemeinde Nürnberg, er ist der Sohn von Gottlieb und Sophie Kellermann, Lehrerseheleute. Er ist in München seit 12.9.1881, seit 1883 in Neuhausen, erst Nymphenburger Straße Nr. 14, später Nr. 85 in Neuhausen (seit 1890: München-Neuhausen). 24.11.1893: Urkunde über Bürgerrechtsverleihung in München.

    Er heiratet im Juli 1883 Anna Maria Carola von Freiesleben (geb. 5.3.1860 in Dresden, Nieder Cössnitz gest. 1.2.1927 in München).

    Berthold Kellermann: Herzoglich württembergischer Hofpianist, Dozent an der Musikschule mit Diplom des Herzog Alexander von Württemberg.

    1883 ordentlicher Lehrer an der Musikschule in München.

    1888: Titel eines Königlichen Professors verliehen.

    1892: Professor an der Akademie für Tonkunst.

    1901: Ludwigsmedaille, Abteilung für wissenschaftliche Kunst verliehen.

    1902: Als Stellvertreter in die Sachverständigen-Kammer für Werke der Tonkunst berufen.

    1902: Ritterkreuz II. Abteilung des Sächsischen Hausordens verliehen.

    1909: Verdienstorden des Herzogs Michael IV. verliehen.

    1.9.1921: Versetzung in den dauernden Ruhestand.

    Berthold Christoph Friedrich Kellermann
  • 3.2.1927

    Erbschein des Amtsgerichts München: Erben sind Hellmuth Kellermann in Rudolstadt und Hermine Recher in Feldbach, Schweiz.

    Hellmuth Kellermann im „Wiesbadener Tagblatt“ vom 21.7.1966: „Bewegende Begegnungen“: „... Unser Sommerhaus in Urfeld am Walchensee empfing besonders häufig den Besuch von Persönlichkeiten aus dem intimen Bayreuther Kreis, dem mein Vater als ehemaliger Franz-Liszt-Schüler, Hausgenosse Richard Wagners in Villa „Wahnfried“ und Musiklehrer von dessen Kindern, sowie Mitarbeiter in der sogenannten „Nibelungen-Kanzlei“ angehörte. Zu unseren liebsten und häufigsten Gästen zählte Hans von Wolzogen, der langjährige Herausgeber der „Bayreuther Blätter“. ... „Völlig anderer Art war sein Stiefbruder Ernst von Wolzogen, der Gründer des berühmten Kabaretts „Überbrettl“ und Autor des humoristischen Musikantenromans „Der Kraft-Mayr“, zu dem ihm mein ahnungsloser Vater und der Schülerkreis um Franz Liszt in Weimar Modell gesessen hatte. Uns Kindern, meiner Schwester und mir, wurde das brillant geschriebene Buch aus guten Gründen verboten, wir verschlangen es aber natürlich trotzdem insgeheim mit Ergötzen."

  • Peter Emil August Recher (geb. 29.6.1879 in Heilbronn gest. 26.5.1948 in Urfeld) übernimmt durch Heirat am 7.7.1914 der Erbin Hermine Sophie Kellermann (geb. 28.5.1886 in München-Neuhausen). Sie lebten in Feldbach am Zürichsee, Schweiz. 1910: Die Escola Academica in Lissabon ernennt Peter Emil Recher zum Professor. Weitere Schaffensstationen: neben Feldbach: Berlin, München und Urfeld.

    Peter Emil August Recher
  • 1973

    Tochter Eleonore Recher (geb. 23.4.1916 gest. 25.3.2001) übernimmt.

    Eleonore Recher

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