Kochel am See Nr. 25 „Wirt“
Heute Schmied-von-Kochel-Platz 6
Die Gründung der Hofstelle war bestimmt schon lange vor der Jahrtausendwende.
1048 kommt cochalon (Kochel) durch einen Schenkungsbrief des Kaisers Heinrich III. zum Kloster Benediktbeuern, das 740 durch Bonifatius gegründet, 955 durch die Hunnen niedergebrannt und 1030 durch den Abt von Tegernsee wieder aufgebaut wurde.
Im Salbuch des Klosters Benediktbeuern anno 1270 sind 14 Kochler Anwesen bereits erwähnt. Darunter war auch der „Wirt“, der aber damals noch Bauer war. Im 14. Jahrhundert oder um 1400 wurde dann im Hof eine Wirtschaft errichtet.
1421 und 1431 wird Hans, der Wirt bereits als Zeuge genannt.
1456 tritt Kunrat, der Wirt ebenfalls als Zeuge auf. 1459 wird Hans Modl, der Wirt zu Kochel wiederum als Zeuge genannt.
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UM 1460
Cuntz Tolli von Kochel, verh. ca. 1460, er erhält 1490 das Wirtslehen, das er neu aufbauen muss.
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1494
Heinz Telle, Wirt in Kochel, verh. 1494 mit Martha, ist als Besitzer (genannt 1484,1494, 1509). Er dient dem Kloster jährlich 14 fl rheinischer Münz und eine Maß Welschwein, für Herbst- und Maisteuer je 2 Pfennige.
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1495
Bei der Neuverstiftung 1495 macht sich der nach dem Bau der Kesselbergstraße 1492 erhöhte Verkehr bemerkbar: Doll muss bauen. „Was Doll erzimmert hat, soll bei der Tafern bleiben. Mit dem hinten im Garten soll er handeln wie ihm gelust. Er soll den Keller bessern nach Notdurft und eigener Kostung (=auf eigene Kosten). Stein und Kalk gibt ihm das Kloster.“ Das Holz des abgebrochenen alten Hauses soll im Kalkofen verwendet werden.
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1543
Der Sohn Hanns Dölle (geb. um 1509 in Kochel gest. in Kochel) war 1543 Wirt von Kochel.
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UM 1571
Landfried Dölle, Wirt von Kochel, übernimmt vom Vater. 1571 „der junge Wirt“.
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UM 1604
Georg Dölle (geb. in Kochel gest. 1635 in Kochel), Wirt von Kochel, übernimmt vom Vater, 1604 genannt. Er war auch Kirchenprobst.
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8.1.1635
Nach dem Tod des Wirts und dem Pesttod des vorgesehenen Erben Georg Dölle war zwischen den Verwandten der Verstorbenen und den Wirtschaften zu Heilbrunn und Laingruben und den Resenbergern in Joch ausgehandelt worden, dass der Heilbrunner Wirt, Michael Guglhör (gest. vor 1660 in Kochel), auf die Kochler „Tafern“ ziehe.
Er heiratet die Erbin Catharina Dölle. Der Übernahmspreis betrug 500 fl.
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6.9.1657
Anton Guglhör (geb. in Kochel gest. 8.7.1690 in Kochel), Wirt von Kochel, übernimmt vom Vater gegen 1 100 fl. Die Jahresgilt betrug 10 fl.
Er heiratet am 6.9.1657 Anastasia Resenberger (geb. in Kochel gest. 7.12.1692 in Kochel) vom „Bauer in Joch“, Joch Nr. 44.
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13.10.1687
Michael Guglhör (geb. vor 1662 in Kochel gest. 15.5.1727 in Kochel), „Wirt“ auf Kochel Nr. 25, die Wirtschaft vom Vater gegen 1 600 fl übernommen. Um 1700 errichtet er im Haus Nr. 8 eine Bäckerei. Den Bruder Joseph Guglhör, Bäcker, zahlte er dadurch aus, dass er die dem Gasthaus gegenüber gebaute Bäckerei dem Bruder verkaufte. Am 19.1.1701 verkauft er das Haus Nr. 8 mit Bäckerei und Landwirtschaft um 700 fl an seinen Bruder Joseph Guglhör.
Michael Guglhör war Gemeiner bei der 8. Korporalschaft der Landesdefension.
Er heiratet am 13.10.1687 Maria Zwerger (geb. 22.4.1666 in Walchensee gest. um 1714 in Kochel) von Walchensee Nr. 60 „Waltlbauer“. Sie hat 500 fl und 1 Kuh.
Michael Guglhör musste die schlimmen Zeiten des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) durchstehen. Er musste Schulden machen und Grundstücke verkaufen. 1714 starb die Ehefrau. Er heiratet in zweiter Ehe 1714 die schon bejahrte Witwe Anna Wiitich (geb. in Leutasch gest. 5.11.1728 in Kochel), Wirtin von Leutsch, die ihre Wirtschaft in Leutasch schon ihrem Sohn übergeben hatte.
Als sie 1720 erkrankte, machte sie im kleinen „Stibl“ gleich am Eingang der „Tafern“ mit dem Gerichtsschreiber und in Gegenwart ihres Beichtvaters, Pater Landfried Wiest, derzeit Kochler Pfarrer, ihr Testament. Darin bestimmte sie nicht nur Geld für Begräbnis und Totenmessen, sondern auch, dass am Tag der Beisetzung, am Siebten und Dreißigsten immer „ein Schäffel Getreid abgebachen und das Brod den Armen gegeben werde“. Ihre Magd Therese Buchwieser bekam das Goldstück, 30 fl wert, das ihr der Wirt am Tage des Eheversprechens schenkte. Auch ihr „chronäschenes schwarzes Kleid als Rock, Wams und Fürtuch (=Schürze)“ sollte ihr zukommen.
1725 schenkte sie dem Stiefsohn Philipp Guglhör 100 fl, damit er sich als Bürger und Maler in Wolfratshausen ein Heim schaffen könne.
Keine Kinder aus dieser Ehe.
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17.6.1722
Der Sohn aus erster Ehe, Johann Georg Guglhör (geb. 8.4.1701 in Kochel gest. 18.9.1765 in Kochel), „Wirt“ auf Kochel Nr. 25, übernimmt vom Vater. Von den Jahren des Spanischen Erbfolgekrieges lasteten noch immer 1478 fl 13 Xr Schulden auf dem Haus.
Er heiratet am 17.6.1722 Maria Pach (geb. in Längenlaich, Pfarrei und Gemeinde Polling gest. 7.8.1769 in Kochel. Sie hat 850 fl Heiratsgut.
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1738
Im Schreiben des Klosterrichters von Benediktbeuern wird dem Kochler, aber auch dem Jachenauer und dem Heilbrunner Wirt Tadel ausgesprochen, dass sie über die Hausnotdurft hinaus schlachten würden. Er, der Kochler Wirt, hätte keine Metzgereigerechtigkeit übernommen. Sein Vater durfte nur Pferdehandel, aber keinen Fleischverkauf betreiben. Er müsse das Fleisch beim Benediktbeurer Metzger kaufen.
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18.10.1765
Nach dem Tod des Wirts wurde das ganze Anwesen inventarisiert. „Zu ebener Erde kommt man von der Flez (=großer Mittelflur im Bauernhaus) in die "Ordinari Zöchstubn" mit 4 Tischen und 8 Vorbänken. Am Eingang waren gleich das "heruntere Stibl", dahinter 2 Kammern, die Kuchl und das Fleischgewölb, darunter der Keller. Im Stockwerk war die obere größere "Zöchstubn" mit 6 Tischen und 12 Bänken. Von der Flez aus betrat man das gut eingerichtete "Herrenstübl", "die vierbettige hintere Kammer und das zweibettige Ehehaltenkammerl". Es konnten also nur wenige Personen übernachten. Doch ist zu bedenken, dass das Kloster in seinem Schlösschen auf dem Aspenstein zahlreiche Betten und Unterkunftsmöglichkeiten bot.
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14.9.1769
Cölestin Guglhör (geb. 23.1.1733 in Kochel gest. 25.5.1800 in Kochel), „Wirt“, übernimmt nach dem Tod der Mutter und heiratet am 14.9.1769 Anastasia Gerbl (geb. 6.6.1739 in Höfen, Pfarrei und Gemeinde Königsdorf gest. 28.11.1816 in Kochel). Keine Kinder.
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1786
Neubau des Hauses.
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1801
Den Hof erhält eine Verwandte der Hausfrau, Anna Gerbl von Höfen um 5 500 fl. Im Neubau der Wirtschaft genießt die alte Wirtin ihren Pfriend.
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1.6.1801
Anton Müller (geb. 1760 in Niederreut gest. 20.7.1808 in Kochel), „Wirt“, Bauernsohn von Niederreut bei Hechenberg, übernimmt durch Heirat der Erbin Anna Gerbl (geb. 19.7.1773 in Höfen, Pfarrei und Gemeinde Königsdorf gest. 13.1.1816 in Kochel).
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3.2.1812
Gelas Lautenbacher (geb. 24.3.1782 in Ebenhausen gest. 19.9.1817 in Kochel), „Wirt“, übernimmt am 3.2.1812 durch Heirat der Witwe Anna Müller, geb. Gerbl.
Er heiratet am 29.7.1816 in zweiter Ehe Franziska Gröber (geb. 8.5.1789 in Sankt Heinrich am Starnberger See gest. 14.2.1869 in Kochel). Keine Kinder aus dieser Ehe.
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18.5.1818
Franz Jakob Fink (geb. 30.4.1794 in Schöneck bei Dietramszell gest. in Kochel), „Wirt“, übernimmt durch Heirat der Witwe Franziska Lautenbacher, geb. Gröber. Die Witwe blieb Besitzerin bis zur Heirat des Sohnes.
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21.6.1864
Jakob Fink (geb. 23.6.1820 in Kochel gest. 4.9.1894 in Kochel), „Wirt“, übernimmt von der Mutter. Er kam auf Handelsreisen mit dem Pferdefuhrwerk bis nach Italien.
Am 21.6.1864 heiratet er Agathe Sonner (geb. 1836 in Habach gest. 11.8.1867 in Kochel im Kindbett) vom „Buchwieser“, vorher „Reindl“ in Habach Nr. 38.
In zweiter Ehe heiratet er am 22.6.1869 Maria Anna Wengenmair (geb. 8.5.1842 in Steinheim bei Dillingen gest. 28.12.1919 in Kochel).
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1880
Jakob Fink mußte verkaufen und zog in den Gasthof „Zum Grauen Bär“, der ihm auch gehörte. Dieses Anwesen hatte er von den Eheleuten Braunhofer erworben, da sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten. Er erbaute dann während des Baues von Neujoch, also des „Seehofs“, 1863 die Wirtschaft und nannte sie nach dem Vorbild des Hotels in Innsbruck „Zum Grauen Bär“.
Den „Wirt“ in Kochel Nr. 25 verkaufte er.
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1880
Alois Rößle (geb. 1.6.1851 in Tölz gest. 22.2.1885 in Kochel), Metzger und Wirt von Tölz, übernimmt durch Kauf.
um 1880 heiratet er Theres Pössenbacher (geb. 16.7.1858 in Ohlstadt gest. 26.1.1886 in Kochel), Wirtstochter von Ohlstadt Nr. 57 „Wirt“.
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15.11.1885
Anton Abenthum (geb. 16.7.1856 in Holzkirchen gest. 7.11.1906 in Kochel - er hat sich erhängt), Wirtssohn von Holzkirchen, übernimmt am 15.11.1885 durch Heirat der Witwe Theres Rößle, geb. Pössenbacher. Keine Kinder aus dieser Ehe.
In zweiter Ehe heiratet er am 23.11.1886 Rosina Landes (geb. 15.5.1868 in Ohlstadt gest. 9.6.1917 in Kochel). Wirtstochter von Ohlstadt. Sie ist eine Halbschwester der ersten Ehefrau.
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1887
Anton Abenthum erbaut das Haus neu.
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1904
Anton Abenthum erkauft von Joseph Nusser das Anwesen Kochel Nr. 24 „Weber“.
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1.6.1907
Die Witwe Rosina Abenthum, geb. Landes verkauft das Wirtsanwesen an den Güterhändler Isidor Bacher in München, der es im gleichen Jahr weiterverkauft an Bernhard Kress.
Nach dem Verkauf des Wirtsanwesens Nr. 25 lässt die Witwe das Haus Nr. 24 Weber“ abbrechen und ein neues Wohnhaus erbauen.
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1907
Bernhard Kress (geb. um 1864), Wirt von München, übernimmt durch Kauf von Güterhändler Isidor Bacher von München.
Er ist verheiratet mit Maria Demmel, Metzgermeisterstochter von München. Keine Kinder.
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1908
Bernhard Kress verkaufte 1908 das Anwesen an die Thomasbrauerei in München, spätere Paulaner-Thomasbräu Aktiengesellschaft.
Er baute nach dem Verkauf in Kochel die Villa Kochel Nr. 95.
Nach dem 1. Weltkrieg (1914-1918) zog er von Kochel weg.
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1.6.1908
Wolfgang Suttner (geb. 13.4.1871 in Hartenstein bei Hersbruck U in Kochel) übernimmt am 1.6.1908 als Pächter der Thomasbrauerei in München und 1917 durch Kauf. Er war vorher Wirt in Benediktbeuern.
Verheiratet war er seit 31.1.1900 mit Kunigunde Kroher (geb. 28.5.1872 in Auerbach in der Oberpfalz).
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1925
Neubau des Nebenhauses durch Baumeister Michael Schöfmann, dem späteren Schwiegersohn.
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1960
Saalneubau