Kochel am See Nr. 42 „Zollbauer“
Heute Schmied-von-Kochel-Platz 4
Seit wann der Zollbauer besteht, liegt im Dunkeln. Die Gründung dürfte jedoch vor oder um 1600 gewesen sein. Ob es ein Zuhaus vom Wirt oder vom Christl war, weiß man nicht mehr. Dem Namen nach hat der Zollbauer den Straßenzoll für die Kesselbergstraße, die die Klosterherren anno 1492 errichteten, eingehoben. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg haben wir die laufenden Eintragungen der Familienmitglieder.
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UM 1693
Melchior Mair (geb. um 1662 in Laingruben, seit 1865 = Benediktbeuern gest. 9.10.1732 in Kochel) übernimmt. Er war Gemeiner bei der 12. Korporalschaft der Landesdefension.
Um 1693 heiratet er Brigitta Kirchmair (geb. in Kochel gest. 1702 in Kochel im Kindbett).
In zweiter Ehe heiratet er am 9.10.1702 Maria Jocher (geb. 5.8.1663 in Kochel gest. 23.4.1734 in Kochel) vom „Moar“, „Maierbauer“, Kochel Nr. 10. Sie hat 150 fl und 1 Kuh. Keine Kinder aus der zweiten Ehe.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hielt sich immer noch das Gerücht oder die Sage, dass im Zollbauernanwesen der Schmied von Kochel gewohnt haben soll und von da in den Bauernkrieg gezogen sei. Er soll der Bruder von Melchior gewesen sein. Eine Nachsicht im Kirchenbuch von Benediktbeuern durch Prof. Pater Weber 1974 hat ergeben, dass es in der fraglichen Familie einen Kaspar, einen Melchior (auf Kochel 42) gegeben hat. Nur der Balthasar fehlt. Ob man den Namen gelöscht hat, um vor den Nachforschungen der Schergen sicher zu sein, wir wissen es nicht.
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27.7.1722
Johann Mair (geb. 26.12.1697 in Kochel gest. 3.4.1761 in Kochel), Sohn aus der ersten Ehe, übernimmt vom Vater und heiratet am 27.7.1722 Catharina Ötschmann (geb. in Bichl gest. in Kochel).
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UM 1726
Johann Mair hat das baufällige Haus neu aufgebaut.
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24.5.1762
Mathias Mair (geb. 20.2.1728 in Kochel gest. 29.4.1780 in Kochel) übernimmt nach dem Tod des Vaters und heiratet am 24.5.1762 Maria Schöfmann (geb. um 1738 in Bichl gest. 26.6.1798 in Kochel).
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2.9.1793
Willibald Mair (geb. 6.7.1764 in Kochel gest. 22.6.1819 in Kochel) übernimmt von der Mutter und heiratet am 2.9.1793 Maria Ursula Resenberger (geb. 14.4.1771 in Kochel gest. 27.1.1834 in Kochel) vom „Loachmo“, „Laichmannbauer“ in Kochel Nr. 33.
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25.2.1828
Michael Mair (geb. 11.7.1794 in Kochel gest. 10.12.1869 in Kochel) übernimmt von der Mutter und heiratet am 25.2.1828 Anna Maria Steeb (geb. 21.10.1796 in Iffeldorf gest. 21.10.1859 in Kochel).
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4.3.1867
Kaspar Mayr (geb. 6.1.1837 in Kochel gest. 26.6.1888 in Kochel) übernimmt vom Vater und heiratet am 4.3.1867 Anna Guglhör (geb. 26.3.1836 in Dürnhausen gest. 12.12.1895 in Kochel).
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UM 1887
Das alte Zollbauernhaus war mit dem Rücken an das alte Wirtshaus Nr. 25 angebaut. Beim Neubau des Wirtshauses um 1887 erwarb der Wirt Anton Abenthum (geb. 16.8. 1856 in Holzkirchen gest. 7.11.1906 in Kochel) das Zollbauernanwesen und brach das Haus bis auf das Wohnhaus ab.
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1908
Der Schlossermeister Martin Bustin von Kochel kauft das Wohnhaus ohne Grund, jedoch mit Forstrecht.
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1911
Anton Schretter (geb. 23.6.1866 in Schlehdorf gest. 17.2.1937 in Kochel) vom benachbarten „Christl“ übernimmt durch Kauf. Er hatte das „Christl“-Anwesen durch Einheirat am 24.4.1899 übernommen. Er stammt vom „Hechtl“ in Schlehdorf Nr. 4 (2000: Seestraße Nr. 20).
Er heiratet am 24.4.1899 Theres Rieger (geb. 16.3.1865 in Benediktbeuern gest. 16.9.1925 in Kochel).
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1932
Die Töchter Maria Schretter (geb. 16.4.1900 in Kochel gest. 10.2.1961 in Kochel) und Agathe Schretter (geb. 26.8.1907 in Kochel gest. 21.11.1953 in Kochel) erben gemeinsam.
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21.11.1953
Nach dem Tod der Schwester erbt Maria Schretter und war alleinige Besitzerin.
Sie heiratet am 11.5.1929 Franz Xaver Samm (geb. in Schlehdorf gest. in Kochel).